Die drei Offiziere saßen in Dankwarts Zimmer. Kunz würgte an seiner Erregung. „Nun sind wir so weit. Der Zersetzungsprozeß beginnt! Wenn erst dieses Phrasengespenst, die Gewissensfreiheit bei uns herumspukt! Mit dem jeder seinen Privatunfug treibt! Dienstpflicht, verdammte, haben wir und Kameradschaft. Und Kameradschaft und Dienstpflicht. Vorbildlich! Und weiter nichts auf der Welt — es ist wahrlich genug. Und vor allem keine Gespenster!“
„Du gehst durch die Wand, Kunz!“
„Dann ist die Wand danach! Ich bleib dabei, so lange wir immer und immer wieder den sozialen Knüppel unserer vaterländischen Empfindung zwischen die Beine werfen lassen, so lange, kann ich nur sagen, verdienen wir wahrlich den Knüppel!“
Dankwart nickte mit der starren Asketenmiene. „Alles in allem — da es nun mal ohne Politik nicht geht — können sich eben nur Glaubensgenossen in einer Gemeinschaft wie unserer zusammenfinden. Die meisten stehen ja glücklicherweise auf unserem Boden. Die paar andern — hinaus! Und geeigneten Ersatz! Es gibt brave Kerle genug ohne Dach — die gerne kommen!“
Horst warf heftig den Kopf. „Nein — nein. Das ist ja das Allerverkehrteste! Damit werden wir ja bloß ein Klüngel mehr! Ein Häufchen Partei und weiter nichts! Wir haben doch wahrlich was Größeres im Sinn gehabt! Alles, was deutsch ist im Denken und Wollen — ist nicht Gust Elbenfried mit seinem kommunistischen Christentum, mit diesem rührend innerlichen Kommunismus der Herzen, einfach eine Notwendigkeit in unserm Kreis? Etwas wie ein klein Deutschland wollen wir sein! Und nun verschont mich gefälligst mit Ketzergerichten!“
Kunz lachte höhnend. „Ein Deutschland — ohne Ketzergerichte? Wie unvollständig bleibt Dein Abbild!“
Dankwart aber, und die Bronze seines Gesichtes dunkelt unmutig: „Du wirst immer mehr zum Schwärmer, Horst. Und das macht mir Sorge. Mir und uns.“
„So sägt mich ab.“
Dankwart weiter — und das schwere Lid hob sich auf zu besonderem Vorstoß. „Du hast selbst davon gesprochen, von Deinem Verkehr mit der Kommunistendame. Darf ich Dir meine Ansicht sagen?“
„Bitte.“