„Was wollen die?“ fragte der Alte.

„Soldat spielen.“ Horst hielt nicht hinterm Berge. Er sah, daß es um Lonas Mund zuckte. Jugendverführer! mochte das heißen. Er konnte es nicht ändern — o nein und wollte es auch ganz gewiß nicht.

„Natürlich“, knurrte der Alte in zustimmendem Behagen. „Was wollen Jungen sonst! Wir haben es so gemacht, und solange die Welt steht, wird sie’s so machen. Jungs sind Soldaten und wollen Soldaten sein. Und warum ist es so?“ Hier faßt er dem großen Weltgeheimnis an den Puls. „Weil die kleinen Mädchen es so wollen!“

„Lud, das ist nun mäßig.“ Lona lehnte sich auf, aber sie ließ ihm ihren Arm. „Frauen kennen Besseres als rasselnde Säbel.“

Das war ganz gewiß auch auf Horst gemünzt. Der aber schwieg.

„Lütt, Ihr Aufgeregten guckt so oft an der Welt vorbei — und glaubt dann, sie ist anders. Aber sie bleibt wie sie ist, und Soldat ist und bleibt Trumpf für die Frau. Und ich kann Dir auch verraten, wovon das ist. Guck, alles könnt Ihr Frauen meinetwegen werden — Doktor und Apotheker und Advokat und Priester und Küster. Bloß nicht Soldat. Und weil das das richtig Männliche ist, darum ist das auch das Richtige für die Weiber.“

„Denn das Höchste, Höchste ist für mich ein Reiter,

und das Leben labt und lebt und liebt sich weiter!“

Horst brauchte keine Reiterlieder anzustimmen. Von dem blanken Mannesmut, dem die Frauenhuld gehört. Die totsichere — die lebenssichere Gewähr dafür, daß dieser Geist sich auch fortpflanzt und nun und nimmermehr ausstirbt. Er freute sich daran, wie der Alte die Klinge schlug. Und war es zufrieden, daß er selbst im Hintergrund bleiben konnte — jetzt, wo Lona, die Gebändigte, selber in der Beschaulichkeit sich hielt.