Die Moordorfer Straße — eine Straße wie die andern auch. Vom grauen Staub bedeckt, von grauen Bäumen mürrisch bewacht, die der Frühling noch nicht hat entzünden wollen. Und heute ein grauer Himmel über allen Dingen.

Wie aber wird dieser graue tote Weg, auf dem heute niemand geht und niemand fährt, wie wird er zu leuchten anfangen, ein goldener Streif, eine Sonnenbahn, wenn zwei Mädchenfüße ihn betreten!

Wartest Du, Straße, nicht auf diese Füße? Ja, ja — Du bist nichts als ein Warten, als ein Dichdarbieten, als ein Sietragenwollen! Was gibt es auch Herrlicheres für einen Weg, als von dieser unsagbaren Anmut zu federn und zu schwingen!

Nicht wahr, Du, Straße, sehnsüchtig wie ich, Du führst sie mir her, sie weiß ja, daß hier heute Kriegsspiel ist. Was gibt es Lockenderes für sie? Und sie ist mein Kamerad. Wenn ich dabei bin, muß sie doch auch dabei sein! Straße, gedenke Deines Berufes! Trag ihre Schritte! Bring sie mir her!

Der Ehrgeiz der Jungen warb um die Führerstellen. Blücher war natürlich Dr. Georg Stump — an den greisen Marschall hätte auch ihre Bewunderung kaum zu rühren gewagt. Eher schon trauten sie an York sich hinan — der primus omnium, ein ernster, kantiger und steifnackiger Junge ward auserlesen.

Am meisten umworben war Blüchers Verzug, Katzeler, der kühnste und verschlagenste aller Reiterobersten. Als solcher durfte Fritz Röder vor seinen Schwadronen bergan traben, ein Junge, rosig, leichtsinnig, sorglos und liebenswürdig verschmitzt — seine Besonderheit war, listig sich mit der Kamera lustig verfängliche Situationen zu greifen.

Und nun ist Krieg. Die feindlichen Heere haben sich aufgestellt. Horst-Macdonald klimmt mit seinen Scharen die Höhe hinan, die Aufklärung versagt plangemäß, in breiter Linie fluten sie auf den Gipfel.

Wie ein unbändiges Meer wogt die versteckte Brigade Hühnerbein. Schwer ist sie zu halten. Jetzt! Das Kommando! Sie brechen vor auf die Feinde —

Ein erbittertes Handgemenge. In Paaren kugeln sie auf den Boden. Die Franzosen müssen zurück. Aber Macdonald — zu spaßen ist nicht mit dem schlachtenerprobten Marschall, dem Helden von Wagram — er führt neue Truppen ins Feuer — der Kampf steht —

Jetzt ist die Stunde der Reiterei gekommen. Wie das Donnerwetter preschen Blücher und Katzeler mit den Regimentern gegen die Anstürmenden. Und Yorks Infanterie gibt ihren Senf dazu.