Jemand hat Dich gelästert, mein Tier, und ich habe ihn nicht getötet. Ein Weib — nein, ein Junge, ein Kind. Nein, eine Katze.
Nun drehst Du den Kopf. Das Wort geht Dir ins Blut. Dies Wort verstehst Du, sagen die Einfältigen. Als ob Du nicht jedes Wort verstündest, das ich zu Dir spreche.
Nur, daß Du mir nicht antworten kannst in unserer Sprache. In der Sprache der Menschen, diesem größten von allen unseren Mysterien. Unsere Freiheit, in der wir geknechtet sind, unser Glück, daran wir gekreuzigt, der Segen, zu dem wir verdammt worden, die Wahrheit, die uns mit Lüge schlägt.
Was da in Deinem Auge, dem unermeßlich tiefen, dem unermeßlich scheuen vor der eigenen unergründlichen schwermütigen Klarheit, was da spricht und schweigt — heißt das: ich klage und traure, daß ich nicht Worte habe wie ihr, euch zu antworten, wie ihr mich fragt?
Oder heißt es ganz anders! Ist es Dein Schmerz, daß wir, wir mit der Sprache gesegnete Verfluchten nicht Deine Augen haben! In denen die Seele ist, die wir auf die Zunge heben und so veräußerlichen! Die wir in leeren Schall zerflattern lassen!
Heilig sind Deine Augen, fromm machen Deine Augen! Sie soll hineinblicken, das Weib, das Kind und Katze ist. Und soll niederknien!
Das ist ja wahr, Muz, außer Deinen Augen bist Du noch so mancherlei. Eine Bestie, ein Bandit, ein Herumtreiber, ein Hund mit einem Wort. Ein Lumpenhund von einem Hund!
Von Deinen Liebeshändeln will ich nichts sagen, obwohl sie heftig dazu herausfordern. Aber — hast Du mir nicht vorgestern erst aus meiner ahnungslosen Jacke, die bei der Arbeit sich mit der Maiensonne nicht vertrug, mein Frühstück gestohlen! Das Papier mit Zähnen und Pfote weggefetzt und die Stulle verputzt! Meine, Deines Herrn und Gebieters Frühstücksstulle. Der redlich und rechtschaffen hungrig war. Amerikanisches Schmalz war darauf — Du lieber Gott, in der Not frißt der Deubel Amerikaner. Du fraßest, und mich ließest Du den Daumen lutschen, Du ungetreuestes aller Mistviecher Du.
Aber Deine Augen — und wieder und immer wieder Deine Augen! Heilig, heilig sind sie und Andacht sollen sie lehren das Weib, das ein Kind, ein Junge und eine Katze ist!
Muz, Muz, Du kennst meine Vita. Du hast sie gesehen, freilich nur aus der Ferne. Denn Du drängst Dich denen nicht auf, die Dich nicht wollen. Ist sie nicht ein verschlossen und verzaubert Köstliches!