Vita, noch schläft alles Leben in Dir! Ich will es mir wecken, mir sollst Du einmal auferstehen. Eine Knospe bist Du, hart und spitz. Und die Knospe sticht. Die mir, mir ihre Blüte verheißt und bewahrt.
Einfältig bist Du, ja, so einfältig kannst Du sein, daß man manchmal Rad schlägt vor Schreck und vor Freude — wie wirst Du Dich mir entfalten! Ein dummer Junge oft — ich ruf es mir wach, das liebe kluge Mädchen! Ich küss’ es mir auf!
Und Kunz schlägt die Arme um sich und umarmt die Luft. Entsetzt fährt Muz in die Höhe — zum Tierarzt! ist sein erster Gedanke. Der Mann ist verrückt!
Aber schon ist der Mann wieder friedsam geworden, kauert sich zu dem Hund, läßt die samtenen Ohren sich durch die Hände gehen und erzählt ihm weiter.
Ja, mein Tier — Dir sag ich alles. Du verstehst jedes Wort und birgst es in der Seele. Du willst nicht alles besser wissen und schwätzest nicht dazwischen, wie diese entsetzlichen Klookschieter von Menschen!
Froh bin ich, Muz, und kann lachen. Und hab klug reden, wenn die andern auf unseren Stall schimpfen und gern ausreißen möchten. Wo mein Glück hier neben mir wohnt!
Was aber wird aus Horst? Jetzt, wo die Frau aus seinem Leben genommen ist, die auf andere Bahnen ihn zog — auf verschlungene Pfade, die abseits lagen von unserer geraden Straße. Wird er den Weg zurückfinden? Wird sie als Geist ihn weiter bannen? Haben sich nicht die Schatten zu tief in ihn eingefressen? Kann er uns wieder der Alte sein in alter Helle?
Anfällig Horst auch Du — seid Ihr nicht alle krank geworden am deutschen Leid? Bin ich nicht der einzige gesund geblieben, ich, der Dickfellige, in bekömmlicher Gedankenarmut!
Auch Gesundheit steckt an! Nicht müde werden will ich, Euch mit meinem Gesundheitsstoff zu infizieren! Dich, Horst, Dich, Gisbert, und Dankwart, auch Dich! Du Mann mit dem verlorenen Lachen. Lachen sollst Du wieder können oder doch lächeln. Denn, wenn wir nicht lachen, wir Wachen im deutschen Lande, so schaffen wir es nun und nimmermehr.