Metzling, der Grundsätzliche, versuchte eine Rede. Der Zorn der andern wäre ja gerade durch die Maschinengewehre erregt worden. Sie empfanden es als Ungerechtigkeit, daß wir welche hatten und sie nicht —

„Und als Gerechtigkeit hätten sie es dann empfunden, wenn sie sie gekriegt hätten und gingen uns damit zu Leibe!“ Ein Einwurf, den das Lachen der meisten billigte und trug. Für die Minderheit aber, die theoretischen Schwärmer, wurde die Gerechtigkeit nun doch zum Kampfruf. Gleiche Waffen — gleiche Waffenlosigkeit. Nur so kann der Bruderkrieg aufhören, nur so eine Möglichkeit der Verständigung und Eintracht.

O Ihr weichen Seelen — schalt Kunz dagegen — o Ihr erweichten Hirne!

Mit der Idee kam die Erhitzung in die Gemüter, es gab Streit und Zerklüftung. Zum erstenmal grub sich ein tieferer Riß durch die Siedlerschaft.

Und wieder an Horst hängten sich die Augen. Er hatte finster dagesessen, wie abgekehrt, bewegungslos und ehern. Jetzt belebte er sich. Und nahm das Steuer in die Hand.

„So geraten wir uns also selbst in die Haare. Wollt Ihr einander dies eine Euch klarmachen. Sie haben uns die Waffen genommen. Sie sagen, daß die nicht uns, daß die dem Staate gehören. Dem Staat — wir wollen sie nicht fragen, wer das ist. Aber bleiben sie dem Staat? Liefert der sie nicht an unsere Feinde aus? Daran denkt! Und denkt daran, wie nicht bloß unsere Waffen, wie auch unsere Arbeit dem Feinde ausgeliefert wird. Alles, was wir schaffen, alle Werte, die wir erzeugen. Unser Haus — auch das bauen wir für die Feinde. Es wird kein deutsches, es wird ein französisches Haus. Wenn wir nicht einig sind! Wenn wir nicht einig und groß uns erheben! Daran denkt, nur daran! Alles — alles hat dem zu dienen.“

Es ist der alte Klang in seinem Wort, der alte Führergeist in seiner Rede Tat. Und seine Augen haben den Mut seiner Worte. Dem beugen sich alle, dem folgen sie alle. Und in Kunz glüht es: er hat die Höhe, er hat auch die Hand. Daß er den Willen behalte und die Kraft!

Sie gehen an ihr Tagewerk. Wir fronen nicht! Wer unsere Gedanken hat, unseren Willen, unseren Mut, der arbeitet frei an freiem deutschen Werk, Deutschland zur Ehr, Deutschland zur Wehr!

Wir weben am Schicksal des Vaterlands. Schicksal — was ist Schicksal? Was wir schaffen ist Schicksal! So bändigen unsere Hände das Geschick, unsere Zuversicht, die Kraft unserer Sehnsucht, unseres begeisterten Willens schafft eine neue Wirklichkeit.

Dieser Glaube, von Horst bezeugt, dem Führer, dem Propheten, lebte in ihrer Arbeit. Ihr Werk gedieh und stärkte sie durch sein Wachstum.