Kunz hatte von der Jagdstreife mit seiner Vita ein blutunterlaufenes Auge nach Hause getragen.

Dies eine war ihm gleich das erstemal aufgegangen: mit seinem Mädchen als Scharfschütz war es nichts und konnte es nichts werden. Schon auf dem Scheibenstand hatten Auge und Hand versagt. „Die Pappe ist nichts für mich!“ war ihre Ausrede, und die grünen Augen gleißten, „jagdbares Wild muß ich vor dem Lauf haben!“

Kunz nickte ihr zu, listig und anfeuernd. „Dann soll es aber auch gleich einen Massenmord geben! Wir wollen uns die Kaninchen beibiegen, die da oben in der Kiefernschonung wimmeln. Kommen Sie, Vita. Herrin über den Tod.“

In ihrem Auge war Zorn. Scherzreden vertrug sie nicht, weil sie unsicher war.

Durch Hochwald müssen sie, durch Eichen, Buchen, Edeltannen. Still schmiegt sich das Sonnenlicht um die unbewegten Wipfel. Da, ein Schaukeln in den Zweigen, ein Rauschen. Sie blicken auf. Vita sieht nur die geschnellten Äste. „Holen Sie sich den!“ ruft Kunz. Sie weiß noch nicht, was er meint. Endlich, da sie seinem Finger folgt, gewahrt auch sie das Eichhörnchen.

„Das soll ich schießen?“

„Natürlich.“

Sie nimmt die Büchsflinte an die Backe — zielt — schlägt an — und fehlt. Schnalzend hüpft das Tier weiter. Hohn sind diese Zungenlaute. Die Jägerin stampft mit dem Fuß auf.

So neugierig still hat der Nager gesessen. Besser hätte es ihr gar nicht werden können. Sie weiß es selbst, schielt nach Kunz, der sich nichts merken läßt, und gerade so reizt er ihre Wut. Und sie spricht Unbedachtes. „Es war ein Seelisches dabei.“

„So.“