Dies ist die Stunde, von Schönheit gesegnet, die letzte ihrer lieben lächerlichen Kinderschmerzen — jetzt wird in ihr das Magedin geboren! Von jetzt an wird sie mein Mädchen sein.

Und Kunz zieht sich näher zu ihr hinan. Seine Hand nimmt innig ihre spitze Knabenschulter. Steil setzt sie sich hin, zur Abwehr und Gewähr. Kunz aber fackelt jetzt nicht lange. Ihren Nacken umschlingt er, ihren Kopf, ihre Lippen beugt er sich zu.

Da aber — ein Schreck, glückhaft und furchtbar in seiner Seligkeit — und dann ist alles phosphoreszierende Wildheit und fauchendes Ungestüm. Sie greift das Gewehr mit beiden Händen, hält es breit ihm entgegen, Schlagbaum, trennende Grenze soll es sein — er achtet den Trennungsstrich nicht und dringt siegreich lachend auf sie ein — da stößt sie blindlings den schweren Stab zwischen den beiden Fäusten ihm entgegen, hart trifft das Schloß das Stirnbein über dem Auge — die Funken sprühen ihm — unwillkürlich zuckt er zurück — da springt sie auf und rennt von ihm — kehrt halbwegs wieder um, zu sehen, was sie ihm getan — und will ihm helfen und kann es nicht — und stürzt in hohen Sprüngen waldeinwärts.

Und Kunz — Kunz ist vor den Kopf geschlagen. Dann verfällt er in schweres Sinnen. Ich dachte, es wäre soweit. Und nun war es zu früh. Und was ich jetzt angerichtet habe! War ich ein Unhold gegen pastorale Sitten? Er faßt sich an den Kopf.

O du Penthesilea

Mein Aug tut immer weha.

Wie hab ich von holdseligem Liebesleben geträumt! Aber für ein Liebesleben mit Dir muß man erst einen Kursus bei Achim, dem Knochenkrachim, nehmen.

Was wird nun werden? „Mädchenseelen sind von Kristall!“ Er hört es in der Trompetenstimme seiner nunmehr antiker Form sich nähernden jungfräulichen Tante Olga, die es ganz gewiß wissen mußte. Hat er hier etwas zerschlagen und zersplittert?

Was wird nun werden? Und der nackenfeste Kunz schleicht doch jetzt etwas geduckt nach Hause.

O Kater Kunz, was hat Dein Kätzchen Dich gestriegelt! Und seine Träume sind voll Krallen.