Das Haus

Weidlich gezaust und gekraust wachte er am andern Morgen auf und war ganz in der Verfassung, mit Dankwart, dem Skeptiker, in den kommenden Tag sich hineinzugrimmen.

Dessen Gedanken waren wie ihrer aller bei dem Haus, das kräftig und frei und stolz in die Höhe ging, aber er hatte seine bösen Beklemmungen, die er los werden mußte. Stoßweise kam es hervor. „Das Haus — wird man seiner recht froh? Wenn auch alle ihre frömmsten und kugelrundesten Augen dazu machen.“

„Das laß sie.“ Kunz blies in dasselbe Horn. „Immer gefühlvoll — wie können wir auch anders! Es gibt eine Franzosenkrankheit, und es gibt eine deutsche Krankheit — und unsere ist die Sentimentalität. Das Haus — die holde Stätte des Friedens. Und das eine ist selbstverständlich: jetzt kommt das Vielliebe auch über uns, sie, die ganze soziale Wonne.“

„Mit der Frage, wer dieses Haus beziehen soll.“

„Die eigentlich keine Frage ist.“

„Du meinst, Horst gehört da hinein.“

„Natürlich. Und Du mit Deiner Werkstatt. Und das Bureau.“

„Das meinst Du. Aber die andern meinen auch. Und sie meinen anders. Wird unser heiliger Zimmermann nicht predigen?“

„Natürlich wird er das. ‚Die Ersten sollen die Letzten sein!‘ wird er predigen. Wobei man sich immer fragt: wie lange, nachdem nun die Letzten die Ersten geworden sind! Und unser praktischer Maurer wird daraus die ihm genehme Forderung ziehen. Und mein Liebling, der Metzling, grinst als Abgesang seine sozialwissenschaftlichen Theorien herunter — hol der Deixer den Feixer! Aber, Du lieber Gott — was wollen die! Horst hat ja doch schließlich alles in der Hand.“