seine Ketten zerspringen wie Glas.

Unser Gebet, unser Feldgeschrei:

Frei sollst du sein!

Wir machen dich frei!

Ihr werdet den Zauber lösen, der in den Bergen schläft. Ihr werdet Deutschlands Freiheit wiedersehen! Ob wir noch, die wir heute Männer sind? Es ist so schwer, so bitter schwer von dem Gedanken sich zu scheiden!

Ihr aber werdet sie nicht mehr sehen, ihr Grauen und Müden! Was ist das für eine kleine mühselige Schar von Alten, Gebückten und Beladenen, die da im Staub des Heidewegs zu den heiligen Höhen herangepilgert kommen? Öfter schon haben einzelne Wallfahrer hier gekniet und gebetet, das Wunder wach zu flehen, das hier unter den Hügeln ruht. Das Wunder der Erlösung des armseligen deutschen Volkes. Heute finden sich wohl ein Dutzend der Gläubigen ein. Männlein und Weiblein, alle so elend verwittert, alle so gramvoll sehnsüchtig. Hilf uns doch, Du Retter, Du Ritter, Du Schlafender! So bitter nötig haben wir Dein Erwachen!

Zum Liebhaben sie alle. Aber man darf sie nicht stören. Still müssen sie mit mummelndem Munde ihre Formeln sprechen. Horst wendet sich ab und zwingt an seinen Tränen. Deutschland — mein Deutschland —!

Und jetzt war auch Herr Thorild bei Ingeborg und Horst. Der mußte sich begnügen, den Gästen und Freunden die Siedlung zu zeigen. Er verschwieg nicht die schwere wirtschaftliche Not, gegen die sie rangen. Aber sie wollten und mußten durch! Und hier setzten seine willenshellen Augen wieder die alten Lichter auf.

Eine Fülle von Anregungen gewann der Oberst aus seinen Eindrücken. Und alles klang wieder aus in dem Wunsch und der Bitte: Sie müssen zu uns kommen!

Wie eine Rührung wogte es durch Horst. Was haben diese Menschen an Dir? Und wieder der Gedanke: So sind wir Deutschen doch nicht schlechthin im Ausland die Verachteten, die Verfehmten. Nur unsere Würde sollen wir wahren. Und Treue ist Würde! Treue auch zum Unglück! Ja, sein Unglück lieben — nur so wird man seiner Herr!