Gisbert bleibt, bewegungslos. Alle Stimmen seines Lebens klingen zusammen in dieses letzte Wort. All seine Schmerzen, seine Seligkeit, seine Hoffnungen und Enttäuschungen, seine Taten und Leiden, sein Träumen, seine Visionen, seines Wesens Beginn, seines Daseins Ausklang —
Aber auf den Lippen — da brennt es — ein Feuer — so wie eine Todeswunde brennt — schmerzlich und überschmerzlich, bestrahlt schon von den ewigen Wonnen.
Ein Feuer, das bleibt und brennt. Davon das Blut ihm kocht und braust. Das wenige Blut, das noch durch seine Adern flutet.
Ich sehne mich, sehne mich nach Dir! Mit allem, was an Kraft und Leben in mir ist, sehne ich mich nach Dir.
Und Du — jetzt wird alles, was in ihm Leben hat, Glut und Glanz eines stolzen Glückes — singt und schluchzt und jauchzt nicht in Dir dieselbe Weise? Sind wir nicht wiedergeboren einer in des andern Herzen? Muß ich nicht bei Dir sein und Du bei mir! Warum bist Du gegangen! Was läßt Du mich allein!
Fliehst Du mich, daß ich Dich suchen soll? So fiebert es grell in ihm auf. Und dann: oder lächelt sie über mich? Lächelt sie, daß ich so weltenfern, so im Übersinnlichen meine Kreise ziehe!
Nun entsetzt er sich, daß er so in die Niederung gerät! Mit den Gedanken an diese Frau. Und überwindet den Schreck und blickt mutig dem Leben ins Gesicht, mit seinen Knabenaugen.
Den Wirbel sieht er, der Lachen mit Grauen mischt, den Wirbel um das Mysterium Weib. Er flieht vor ihm — und seine Gedanken werden immer mehr hineingezogen in den Taumel.
Wenn dieser Tanz mich erlöst aus meiner Verlorenheit? Wenn ich gesund werde — ein gesundes, junges Blut? Und habe meine Geliebte, habe mein Weib —
Eines andern Weib — Untreue, Betrug — das Grauen fällt über ihn her! Was wird geschehen? Was wird sein!