Er schwimmt — schwimmt in der lichtgesättigten Flut — in alle Poren dringt der Glanz — die Lungen leuchten — das Herz ist voll Schein — ein verzitterndes Lichtbeben sein Schlag —

Ein Lichtstrahl gleitet sein Leib durch die goldene Flut, hinein in die Wellen des schimmernden Äthers — hinein in das All — in die gute große freudige Heimat — — —

Die Männer standen vor der Baracke — Horst, Dankwart und Kunz. Wie Deutschland Deutschland verrät, das geht ihnen durchs Gemüt. Der Gendarm hat erzählt, Ententeoffiziere wären in der Provinz auf Waffensuche unterwegs. Sie hätten selbst erklärt, daß sie sich vor deutschen Denunziationen nicht retten könnten. Der englische Hauptmann hätte heftig dazu ausgespuckt.

Diese letzten Worte wollen Horst nicht aus dem Ohr. Immer hört er sie in dem trockenen, schmerzlich heiseren Tonfall des Gendarms. Wo er geht und steht, krächzen sie ihm nach.

Bei Kunz ist der Grimm schon weitergestürmt. „Wenn die Henker zu uns kommen — wenn sie bei uns schnüffeln — wenn sie frech werden — was geschieht dann! Was tun wir dann!“ Wild schlägt es in seinen Stirnadern. Seine Fantasie schwelgt.

Horst ist allein in die Dünen gegangen. Wie soll man das alles ertragen. Zu der Last, unter der man schon zusammenbricht — immer mehr wird zu ihr aufgepackt. Ich kann nicht — kann nicht mehr! Und will auch nicht mehr!

Gegen den Schmutz, die niederste Gemeinheit kämpfen, welch ein übler Irrsinn! Der Schmutz läßt sich nicht besiegen, und man selbst — nicht nur, daß man unterliegt, besudelt unterliegt man! Und der Ekel würgt einen ab.

Nach Norden blickt er. Dort auf der Landzunge steht das Haus, in dem seine Freunde wohnen. Und blickt man weiter, in derselben Richtung, hinter dem deutschen Meer liegt Nordland, liegt Schweden.

„Meine Gedanken wandern über die See,

Weiße Schwäne sind sie, leuchtend wie Schnee.“