Horst riß sich auf. Eine leichtere Haltung gab er sich, einen lächelnden Ton. „Wenn Du es sagst —! —“ Aber es zersprang etwas in ihm. Ein Schmerz schnitt ihm durchs Mark. Und brüchig ward, was er weiter sprach, aber er gab nicht nach. „Dies das Hauptsächliche. Meinen Entschluß kennt Ihr. Das einzelne besprechen wir noch.“

Er hatte Bestimmungen zu treffen, der Tagesdienst holte ihn. Dankwart und Kunz blieben allein.

Beide starrten sie, dumpf, hohl, düster. Dann stieß Kunz rauh und krächzend hervor: „Wie die Siedlung erschlagen ward. Kein Heldenlied ist dies.“

„Gut.“ Dankwart hat sich schmerzlich fest wieder beisammen. „Wir stehen auf verlorenem Posten. Aber Posten ist Posten. Und wir halten ihn. Bis in uns nichts mehr hält!“

Jetzt ist Kunz an seiner Seite. „Ja, Dankwart, ja. Die Sache will es. Wir wollen es. Und so geschieht’s! Mag denn die alte Siedlung zusammenbrechen — eine neue gilt es zu schaffen. Und dann also lustig! Mit dem Großreinemachen zu Hause fangen wir an.“

Auch Dankwart rief es zu der Arbeit. Sein letztes Wort, heiser und bitter, war das: „Und auch hier wieder ein Weib!“

Ingeborg — der Gedanke war bei Kunz gekommen und gegangen. Jetzt saß er fest bei ihm. Natürlich war sie es, die den Ausschlag gab.

Und seine eigene Liebesnot packte ihn immer grausamer an. Hatte er nicht sein Mädchen verloren! Verloren, da er nicht gleich den Weg zu ihr gefunden, da die Stunden, die ungenutzten, immer mehr Hindernisse aufgebaut, immer mehr an Trotz und Scheu. Konnten sie beide noch hinüber — und wollten sie es noch? Das war ja das Schlimmste: wollten sie es noch? War nicht das Köstliche gestorben?

Und gegen Horst wandte sich seine Wut. Du verstehst es, Dir es besser zu bereiten. Was habe ich früher gefabelt von Deiner Weiberfestigkeit, Deinem Weiberstolz — alles, alles bitt ich Dir ab! Wer so wie Du Gelegenheiten wahrnimmt! Wer wie Du in allen möglichen Sätteln gerecht ist!

Wie hast Du um Lona Dich angestellt! Und jetzt, wo das schöne blonde Schwedenmädchen Dir in den Wurf kommt — dieses weiße, blonde, und dieses reiche, dieses reiche, ja!