Er suchte sein Ventil, in seine Reimereien giftete er sich hinein:
Den einen nahm der Brahmaputra —
Den andern langt sich die Valuta.
Und entgiftete sich wieder, denn hier erschrak er nun doch vor sich selbst, vor des Hasses Häßlichkeit.
Nein, Horst — das ist es nicht. Soweit ist es nun doch nicht mit Dir. Aber ist es nicht weit genug? Und kommt nicht eins zum andern!
Ist es nicht genug, daß Du von uns gehen willst! Uns im Stich lassen — ja, ja, so nenn ich es! Uns untreu werden und Dir selber.
Wie habe ich immer zu Dir aufgeschaut! Und was bist Du mir gewesen! Wohl, nicht immer war, was Du tatst und ließest, mir nach dem Herzen. Aber die große Linie Deines Wesens — wie zwang sie mich immer wieder zu Dir hin. So gut wie sie alle bezwang, wie sie all unseren Kräften die Richtung gab, das gemeinsam starke, gemeinsam freudige Ziel.
Nun ist sie verbogen, geknickt, gebrochen. Da Du Dein eigenes Werk verläßt und verrätst. Ja, und tausendmal ja, verrätst! Ein Fahnenflüchtiger bist Du! Nichts wird hier beschönigt, verschleiert, bemäntelt. Ein Verräter bist Du! Und Dein Werk geht an Dir zugrunde.
Dankwart und ich, die wir bleiben — er hat es richtig bezeichnet, auf verlorenem Posten stehen wir. Und das Beste unseres Lebens wird hier zerschellen.
Nicht steht es in unserer beider Macht, was Du vermochtest, als Du noch bei Dir und auch bei uns warst, das Auseinanderstrebende, das sich Widerstrebende zu binden! Gewiß, daß dies das Höhere, das Größere war! Wir beide, wir werden zerklüften, zerreißen — der Kampf im eigenen Hause, das ist es, was wir bedeuten! Aber hast Du nicht selbst gesagt, ein Kleindeutschland soll dies hier sein! Nun, so sei es das auch ganz, mit der vollen Zerrüttung im Bruderzwist! Der Wahn eines wilden vernichtenden Hohnes brach aus seinen Augen.