Wir werden unterliegen, gewiß, denn die Masse siegt. Aber besser untergehen, als Masse sein! Die Mulitz und Metzling werden uns zu Boden treten — sollen sie! Aber Dir werden wir es gedenken, denn dies alles danken wir Dir! Und wieder ruft es in ihm: Verräter! Wilder und wilder brausen in seinem Schädel die Flammen, der nur noch mühsam in seinen Nähten festsitzt. Von der Hirnwut, die durch die deutschen Lande rast, befällt es auch ihn. Und es wühlt sich etwas in ihn ein.

Sichtbar sind wir, wir haben die Pflicht der Höhe! Er hat es immer am meisten gepredigt, mit Brustton verkündet, er, der uns jetzt im Stich läßt. Der jetzt sich in Sicherheit bringt, der ins Ausland flüchtet, vor der wachsenden deutschen Not. Ein Verräter!

Und wir — wer sind wir, die wir den Verrat in unseren Reihen dulden! Nein, nicht in unseren Reihen! Den Verrat unseres Führers! Sind wir damit nicht seiner wert! Sind wir damit nicht schuldig wie er!

Verräter wie er, wenn wir ihn ziehen lassen! Und es frißt sich ihm ins Blut: er darf nicht fort! Und wenn es auf Tod und Leben geht — er darf nicht fort!

Was wär bei den Römern geschehen, was bei den alten Germanen! Sollen wir der Väter nicht würdig sein — heut mehr als jemals! Sollen unseren Jungen nicht Vorbilder leuchten! Und sie blicken auf uns! Auf mich! Ich habe meine Sendung.

Das Unerbittliche brauchen wir. Das Unerbittliche. Jetzt, wo alles fließt in Deutschland, fließt und zerrinnt. Wenn nur einer hart ist und treu! Ein Kern nur — ein Kern wird gebraucht — und sei er noch so klein!

Richtfest ist am Sonntag. Das Wort brennt sich ihm in die Sinne. Richtfest — Gerichtstag wird gehalten! Wir werden richten! Ich — ich! Wie ein Wächter steht Kunz, ehern, in Gluten gehärtet. Das Herz leer, dem die Freundschaft starb, dem die Liebe verklang.

Die Siedlermannschaft erfuhr nichts von dem Entschluß des Führers. Nach der Einweihung sollten sie es hören. Daß etwas in der Luft lag, verspürten wohl die feineren Nasen. Aber man hing dem nicht nach. Die Festgedanken fieberten durch die Seelen.

Und jetzt zieht der festliche Sonntag auf. Noch die Nacht hindurch haben sie gearbeitet, das Morgenrot sieht den Rohbau mit dem Dachgerüst vollendet, der Tag gehört der Feier.

Laubgewinde wird gebunden, eine mächtige Krone wird geflochten und mit farbigen Bändern geziert.