Vier von den Männern schleichen geheimnisvoll abseits, verkriechen sich in das Dickicht und üben hier noch einmal das Quartett, mit dem sie die Gefährten überraschen wollen. Die tiefste Einsamkeit sucht Mulitz, der Maurerpolier, der die Kranzrede halten soll. Noch einmal memoriert er, was er mit Benutzung alter Sprüche für die Weihe des Hauses sich aufgesetzt hat.
Die Sonne segnet den Tag. Für die Bewirtung der geladenen Gäste werden noch Tische und Bänke im Freien gezimmert — große Sprünge können die Siedler nicht machen, mehr als Bier wird nicht verzapft, und auch das schon reißt ein übergroßes Loch in die Finanzen. Aber was hilft es, Vornehmheit verpflichtet. Und heute wollen sie einmal alle Sorgen dem Wind vor die Füße schmeißen!
Am frühen Nachmittag soll die Feier beginnen. Als die ersten finden die Jungen aus der Stadt sich ein. Fragen, ob sie noch irgendwie helfen können. Fritz Röder und zwei andere noch haben ihre Kameras mitgebracht. Sie wollen alle Einzelheiten des Festes verewigen und viele Gruppenaufnahmen machen. Damit sind sie besonders willkommen.
Dankwart holt seine jungen Freunde zu sich herein. Sein Modell ist flugfertig. Es soll über dem Bau kreisen, wenn die Weiherede steigt. Ganz hingegeben erklärt er ihnen noch einmal das Neue der Konstruktion. Ebenso hingegeben hörten die jungen Köpfe zu. Wie freuen sich alle auf diese so hohe Überraschung. Wie sind sie getragen von dem Geheimnis, das sie feierlich bewahren.
Siedler empfangen ihre Eingeladenen. Im weiteren Umkreise werden Zuschauer sichtbar. Neugierige machen sich näher heran, andere lagern sich abseits im Heidekraut.
Von Moorhof her kommt eine Frau, schwarz gekleidet, in Begleitung von Pastor Waermann. Die Patronin der Siedlung ist es, Frau Tilde. Wie ein Flor wallt es um sie her. Ernst wird es allen zu Sinn. Verehrungsvoll verneigen sich die Männer. Einer macht sich gleich auf den Weg, Meldung an Horst auszurichten, der in seinem Raum immer noch mit der Ordnung von Schriftstücken beschäftigt ist. Er tritt sofort heraus, den erlesenen Besuch zu empfangen.
In voller Uniform mit Ordensschmuck ist er, dem Tage die Ehre zu geben, wie Dankwart und Kunz auch, wie die meisten der Siedler. Horst trägt nur das kurze Seitengewehr. Dankwart und Kunz haben auch die Pistole im Gürtel.
Horst reicht Tilde still die Hand, bei Gisbert sind ihrer beider Gedanken. Seit er ihr die Nachricht vom Tode des Freundes überbracht, haben sie sich nicht mehr gesehen. Edelsteinhart sind ihre Augen geworden, nur von Pflicht und Arbeit wissen sie. Um ihren beseelten Mund hat ein starrer Zug sich gegraben. Sie versteinert von dem Fluch der Einsamkeit, dem ihr Leben erliegt.
Kunz findet sich zur Begrüßung ein. Horst und er sehen sich heute zum erstenmal. Sie mustern sich wie zwei Kämpfer, kalt, feindlich. Seit Tagen ist kein Wort zwischen ihnen geredet.
Horst spricht mit Tilde, der Pastor mit Kunz. „Warum habe ich Sie so lange nicht gesehen?“ fragt Waermann.