Doch Horst bringt selbst die Rede darauf. „Darf ich fragen, Herr Oberst, ob es bei dem Reisetermin bleibt?“
„Wenn Sie einen Aufschub wünschen —“
„Aber ich bitte. Meine Sachen sind geordnet. Ich bin freudig dabei.“
Ingeborgs Augen strahlen zu ihm empor.
Sein Führerblick übersieht den Kreis. Ganz dahinten — eine besondere Gruppe fällt ihm auf. In ihr ist lebhafte Bewegung. Einer redet jetzt eben — gestikuliert verzweifelt — ein anderer beschwichtigt — hält zurück — bändigt — beschwört. Die Köpfe sind nicht zu erkennen. Doch nach der Haltung, der Bewegung, der Gestalt — der Bändiger, der Lange, ist das nicht Stahlboom? Die Kommunisten — was wollen sie hier? Bereiten sie sowas wie einen Anschlag vor? Er behält sie im Auge.
Hat die schwarz-weiß-rote Fahne sie erregt, die eben über dem First des Neubaus an dem Flaggenmast in die Höhe steigt, von Sonne und Wind mit Jubel gegrüßt?
Von der Baracke her ist Dankwart mit den Jungen erschienen. Sie tragen sein Flugzeugmodell. Auf die Goldberge steigt er mit ihnen und bringt den Apparat in Stellung.
Vor dem Hause machen Mulitz und der heilige Josef die Ehren. Die Versammelten — eine große Schar ist es geworden — stellen im Halbkreis sich auf. Der Polier will ins Haus, will das Gerüst unter der Krone besteigen und die Kranzrede halten. Da, wie jetzt das Schweigen sich über sie breitet, knattert ein Automobil in der Nähe. Sie horchen auf. Kommt noch hoher Besuch?
Jetzt hört es sich an, als wolle es auf der Straße, die man von hier aus nicht sehen kann, vorüberfahren. Dann hält es. Dann nimmt es eine neue Richtung. Jetzt kommt es querfeldein über die Heide. Wen bringt es? Uniformen blitzen darin.
Das Gelände wird sandig und hüglig. Der Wagen stockt und steht. Die Insassen steigen aus. Ententeoffiziere. Ein französischer, ein englischer Hauptmann. Sie schreiten auf die Versammelten zu. Zwei französische Sergeanten hinter ihnen.