Frauenstimmen kreischten und gellten auf.
Horst war gleich an des Wunden Seite. Auch ihm flogen noch Geschosse auf Schulter und Nacken.
Schon aber war Dr. Stump fast über die Köpfe hinweg zur Tür geflogen — fünf von den Siedlern, der Balbutz und der heilige Josef voran, brachen ihm nach — sie wollten die Burschen da oben einsperren und dingfest machen.
Im Saale brauste das Meer. Die Glocke des Präsidenten, immerfort geschwungen, hauchte sich aus in kläglichem Wimmern. Ein Fels in der Brandung, stand der Riese, der Bierfahrer, die machtvollen Flossen gehoben, drohend und beschwichtigend zugleich. Sie sagten, was Worte in dem Tosen nicht vermochten; hier unten Hände in Ruh!
Die einzelnen Gegner standen wie die jungen Hähne, Auge in Auge, Nase an Nase — sie zischten, schrien, keuchten sich ihre Wut ins Gesicht — aber die Fäuste blieben gebändigt.
Und das rinnende Blut dort oben beschwor. Allmählich ebbte die Zornflut ab —
Da tönten Schüsse auf dem Gang — wieder die gellenden Frauenschreie im Saal — mit Schreck und Grauen zog vollends die Besinnung ein.
Draußen aber zerstob ein erbittertes Handgemenge — die eingeschlossenen hatten den Treppenausgang forciert, brachen mit Übermacht durch, einer schoß auf den feindlichen Stoßtrupp, Dr. Stump kriegte einen Streifschuß am Ohr — was seine Fäuste den Fliehenden mitgaben, wurden die in Monaten nicht wieder los.
Herr von Borkhus wurde von einem Arzt, der zur Stelle war, im Wohnzimmer des Wirtes verbunden. Horst, der Handreichung leistete, blieb an seiner Seite. Im Saal verliefen sich die Wasser. Ein Plätschern war es nur noch — schon konnten sie über das Geschehene sprechen, das hinter ihnen und unter ihnen lag.
Der Wirt besah sich den Schaden, auf der Galerie, auf der Bühne, und drehte das Licht aus. Nur eine müde Flamme über dem Podium blieb brennen.