Diese betenden beiden Fäuste — sie gehören nun einmal zum Inventar der deutschen Welt. Und für mich gibt es keine Religion ohne die. Mir soll nun einmal keiner den Christus nehmen, der das Schwert gebracht hat und dem seine Mannen Heeresfolge leisteten! So wenig wie den Gott, der Eisen wachsen ließ.“
Sie sah den Sprechenden an mit ihren weiten Augen, nicht verweisend, nicht zustimmend, gütig und doch fern. „Vielleicht bin ich zu müde geworden für das alles.“ Sie mußte wohl diesem lohenden Kreise die Blässe erklären, die sie selber fühlte. „Vielleicht habe ich mich erst zu erholen von den vier langen Jahren der Angst. Um die vier, die ich im Felde hatte. Von denen zwei nicht wiedergekommen sind.“
Die zwei waren ihre Brüder. Der Vater legte die Hand auf ihren Arm. Sie strich sich das Haar aus der Stirn. Ihre Augen blieben tapfer.
Dann suchten und fanden sie alle festen und gesunden Boden in dem Nächstliegenden, dem Siedlungswerk.
Frau von Mönkhov begann sich fast freudig zu beleben. Jeder Winkel des Geländes war ihr vertraut. Sie machte Horst noch besonders auf eine Mergelgrube aufmerksam, die längst nicht richtig ausgenutzt sei. Wobei ihr Vater das komisch lange Gesicht eines Getadelten aufsetzte.
Diese großen Augen der stillen Frau, sie waren jetzt heimgekehrt aus ihren Fernen, sie hatten einen nahen vertrauten Glanz gewonnen.
Gisbert saß wie ein Betender.
Und jetzt fragte sie fraulich, mütterlich nach dem Wohngelaß der Siedler.
„Wir haben es sehr gut“, sagte Horst.
„Wunderbar haben wir’s!“ erklärte Gisbert. Ihm hatte schon ihre bloße Frage aus dem Holzstall ein Feenschloß bereitet.