Auf Flügelschuhen schritt er, den Kopf gehoben, die Brust geschwellt. Jauchzend die Seele.

„Ich fühle wie Sie! Ich fühle wie Sie!“

Und dann stürmte er jungenhaft über die Halde — sprang über einen erratischen Block — fiel in den Schnee — wälzte sich wie ein Füllen, alle Viere gestreckt, und lachte wie ein Narr, wie ein Kind.

Lebhaft trat er in sein Gelaß. Kunz war im Einschlafen. Ward ungehalten und lallte ihn an: „Was fällt Dir ein — Du trampelnder Mondstrahl — Du brüllende Ätherwelle — Du — Du tobsüchtig gewordener Blütenhauch — —“

Von dem Blütenhauch durfte er sich betäuben lassen zu ruhigem Schlaf. Der konnte etwas ergiebiger sein, denn morgen war Sonntag.

Die fremde Frau

Der Vormittag gehörte jedem für seine Briefe und eigenen Geschäfte. Nach Tisch gingen Horst und Kunz auf den Pferdekauf.

Es war ein erfolgloser Weg. Zuerst war ein Bauernhof an der Reihe. Von den Pferden kam hier eins in Frage. Das andere, ein Blender, hatte schlechte Beine. Der Bauer wollte nur beide zusammen verkaufen. So konnte aus dem Geschäft nichts werden.

Auf dem Rittergute Buchhof, wohin sie dann gepilgert waren, gedachte ihnen der Administrator — der Herr war nicht zu Hause — ein Paar tiefsinnige uralte Kracken zu versetzen. Horst dankte kühl. Kunz aber konnte sich den Zusatz nicht versagen: „Wir wollen nämlich Pferde kaufen und keine Philosophen. Wir wollen mit den Tieren pflügen und Mist fahren und uns nicht Memoiren von ihnen erzählen lassen.“

Blieb noch Claus von Tangentien, der aber nur der Form wegen auf der Liste stand. Denn zum Pferdehandel mit diesem alten Ammoniakiter — wie Kunz ihn getauft hatte — zogen sie keine zehn Pferde.