Eines Mannes Ende — eines Weibes Verlassenheit und Todestrauer. Eine Nacht nur solcher Verzweiflung — nur die wenigen, die langen Stunden einer einzigen, einer langen, langen Nacht!

Nun ist man im Fühlen, und das Herz schlägt mit.

Eine Frau!

Der endlose Zug der Frauen in schwarzen Gewändern wallt vorüber, der Mütter, der Gattinnen, der Bräute, der Schwestern — viele, viele wie die Schatten, denn ihr eigenes Leben gaben sie dahin.

Doch geheiligt sind sie, die Weihe ist über ihnen, die Weihe des Opfers, das die Liebe brachte, die Liebe zum deutschen Land.

Was aber jetzt im Trauerkleide diesem Todeszug sich anschließt, über denen leuchtet nicht der Segen der Hingabe, sie tragen den Fluch und den Haß. Um sie zuckt und schwelt das wahnsinnigste aller Verbrechen, der Bürgerkrieg — Land- und Eidgenossen morden sich selbst!

O dieser namenlose Frevel an der deutschen Kraft — an der Kraft der deutschen Seele, an der Kraft unserer Wehr.

Jetzt — jetzt, wo wir so bitter nötig Eisen und wieder Eisen ins Blut haben müßten, gerade jetzt spritzen wir uns Gift in die Adern!

Eisen! Wo ist er, der Führer! Der Held von Eisen! Der große Rufer im Streit! Der Lindwurmtöter! Der erst die Drachen im eigenen Lande erschlägt. Und dann die Höllenhunde da draußen.

Der Feind ist im Land! Das ist der Ruf! Der gellt in die Ohren, er greift an die deutschen Herzen, und wären sie noch so zag, noch so träge und weich geworden, noch so dumpf und so niedrig!