Falkenauge aber läßt nicht locker. „Wie ich höre, ist der Leiter der Hohenmoorer Siedlung hier anwesend.“
Jetzt erhebt sich Horst.
„Spitzel!“ ruft ein Zwanzigjähriger. Mit diesem Wort dünkt der Junge sich auf der Höhe und blickt stolz um sich her.
„Wollen Sie mir ein paar Worte gestatten“, beginnt Horst.
„Bitte.“
„Wir Mitglieder der Siedlung arbeiten genossenschaftlich gemeinsam an unserem Werk. Ich selbst bin unter allen Umständen Siedler oder, wie man sonst sagt, Kolonist. Ich mach ein Stück Land urbar, ich helfe Neuland schaffen. Wenn einer sich Landarbeiter nennen darf, sind es meine Genossen und ich.“ Kurz und bündig.
In die Gesellschaft ist Bewegung gekommen, es wird dafür und dagegen gemurmelt. Horst sieht den grauen Schopf des Torfmeisters wackeln und hört seine gedämpfte Stimme wie schweres unterirdisches Rollen.
Falkenauge holt zum zweiten Schlage aus. „Diese Einwendungen sind doch sehr anfechtbar. Die Siedlung ist ein Unternehmen. Ihr Leiter ein Arbeitgeber. Und wenn diese Persönlichkeit nun noch aus dem — jetzt glücklicherweise abgeschafften — Offizierstande herkommt und vor allem mit dem Besitzer von Moorhof, der uns hier in mehr als einer Hinsicht beschäftigt, in freundschaftlicher Beziehung steht —! —“
Dies soll das Henkerbeil sein. Horst aber hält mit dem Nacken ganz und gar nicht still. „Darf ich noch einmal?“
„Bitte.“ Doch diese Gewähr sieht schon einer schroffen Ablehnung gleich.