„Jetzt hat die Geistlichkeit Einspruch erhoben. Sie verteidigt, der Zeit zum Trotz, mit achtbarem Mut ihre Gotteshäuser. Ich darf mit meinen umstürzlerischen Händen das heilige Instrument nicht mehr berühren.“
„Sie sollen diese Ihre hohen Stunden wiederhaben. Ich werde mich dafür einsetzen, daß Sie wieder Orgel spielen können. Und zur Belohnung darf ich Ihnen zuhören, nicht wahr?“
Er hielt ihr die Hand hin, sie schlug ein. Und so trennten sie sich.
Was war geschehen? Zwei Menschen, die das Leben zum Kampfe aufgeboten hatte, die ein Vernichtungskrieg gegeneinander entflammte, die beiden hatten eine Stunde des Friedens, der Gemeinschaft gefunden. Sie hatten ausgeruht ineinander. Sie hatten sich beide beschenken können. Und jetzt?
Jeder ging wieder zurück in seine Schlachtreihe. Jeder nahm wieder den Platz ein in seiner Front. Nur, daß sie beide das stille Übereinkommen geleitete, dieses Beisammensein würde sich wiederholen. Wieder würden sie denselben stillen Weg gehen und aufsteigen zu derselben sanft belichteten Anhöhe, die über den Wolken des Tages lag.
Den Feind verstehen, heißt die Welt begreifen.
Wie lange aber, wie lange war ihnen die Nähe beschieden? Würde der Krieg ihnen nicht bald genug diesen friedlichen Hang verwüsten?
Oder — gab es hier etwas zu retten für sie beide? Etwas, was mehr war als die Zwietracht ihrer Gedanken, was über ihrer Feindschaft war und ihrem Kampf?
Sie trugen beide an dem Druck ihrer Hände, mit dem sie voneinander geschieden waren. —
Zwei Einsame saßen in der Baracke und hüteten das Haus. Dankwart Hamerslag arbeitete an seinen Modellen, Gust Elbenfried forschte in der Schrift. Auch hier war im Schaffen, im Suchen, im Sehnen ein Auferstehen.