»'s hat auch fei so viel Schneekönige (Meisen) ums Zechenhaus, die den Haufen Stöcke absuchen,« setzt der Franzl hinzu. »Die sehen eine Kälte kommen von ferne.«
An den Spitzen der Fichten, die wie Kerzen brannten, gehen die Flämmlein aus.
Vor dem Ofenloch in der Stube ist es ganz finster. Der Franzl hat sich davorgekniet und krückt und bricht trockenes Reisig. Das schiebt er in den Ofen. So vergeht die Zeit, und der Zachenhesselhans kann nit so viel fragen.
Hui, denkt der, der Franzl hat sich um die Heimarbeit voreh nit so verdient gemacht. Er geht aus dem Wege, der Franzl; wenn ihm einer jetzt in die Augen schauen könnte – das wehende Licht ständ sicherlich wieder darin.
Der Zachenhesselhans, wie er sich die Pfeife mit einem Reis aus dem Ofenloch angezündet hat – warum soll einer ein Schwefelholz verschwenden, wenn schon ein Feuer ist? – nimmt den irdenen Topf und läßt am Brunnen Wasser hineinlaufen zum gemeinsamen Abendsüpplein.
Der Mond ist inzwischen heraufgeschwommen über die Fichten, spinnt Feinsilber durch die kleinen Fenster und legt blanke Tafeln davon auf die altersgrauen Dielen. Die Haustüre steht offen und die Stubentür auch einen Fuß breit. Sie hören den Strahl in den Trog klingen, die beiden im Zechenhaus, wie sie am Tische sitzen und die Blechlöffel in die gemeinsame Schüssel tauchen. Es ist gar kein Rauschen im Bergwald und die Nebel, die die Nacht webt, sind auch noch nicht über den Tälern. Das schwerfällige Schwingen des Uhrpendels im Kasten hört man und das sanfte Zusammensinken der glühenden Reiser im Ofen. Von draußen klingt immer der silberne Fall des Quells auf den blanken Spiegel.
Da legt der Franzl den Löffel zur Seite, nimmt ihn wieder auf und geht hinaus zum Trog, den Löffel waschen. Dabei lauscht er in den Wald, tief hinein. Da – ein Brechen ist im Unterholz. Ein Rehbock tritt heraus auf den Hau. Mit einem Stein könnt einer hinüberwerfen, so nah ist er.
Der Franzl steht wie festgewurzelt am Brunnentrog und der Bock drüben scharf äugend wie ein Bild aus Stein.
Weil der Franzl sich garnicht mehr regt vor der Haustür, wendet sich der Alte und schaut durch die Scheibe.
»Da haben zweie Witterung,« sagt er zu sich, streift die Schuh ab und schleicht ans Fenster.