Während der Alte wieder eine Zeit vergeblich wartet auf eine Rede vom Jungen, steht er von der Ofenbank auf und hebt ein Wandern an durch das Stübl.
»Kathlfranz,« sagt er nach einer Weile, »gemerkt wirst's eh haben: es ist eine Unrast in mir Deinetwegen.«
»Meinetwegen? Was kann denn ich dafür, wenn der Zachenhesselhans nit mit sich selber fertig wird?«
»Red' nit so, Franzl, und denk: so einer, wie Du einer bist, war der Zachenhesselhans schon vierzig Jahr früher. Und seit derselbigen Zeit ist er noch um ein Stück klüger geworden, der Hans.
Ich bin keiner, der zu Dir sagt: Franzl, ich hab Dir daheroben Einstand vergunnt – jetzt: ich bin der Herr im Haus, und wenn Du ein Stübl und fei auch beinah ein Lagerstroh mit mir teilen willst, so tu Dich kümmern, wie's der Brauch ist im Waldhaus. So einer bin ich nit, Franzl. Aber auch wieder nit ein solcher, der den Franzl in ein Unglück laufen sieht, ohne sich nach ihm umzuschauen.
Deine Mutter, Franzl, Kathi Winter hat sie sich geschrieben – 's is fei nachher ein fleißiges reumütiges Frauenzimmer geworden. Aber so um die Zeit des ersten Saftes, Franzl, da hat sie ein so viel hitzig Blut gehabt. Und in den Jahren, justament in die Du heut gekommen bist, oder noch um einige früher, da hat sich die Winterkathl das Leben verleidet.
Der Mann, den sie Deinen Vater geheißen, ist am Straßenstein gestorben, Franzl; es hat ihm die Spätnacht hineingefroren ins Herz.
Ein braves Weib is sie gewesen nachher, die Winterkathl, und fei so viel Reue hat sie gehabt, und die Reue, Franzl, hat ihr das Rote von den Wangen heruntergefressen, und die Tränen haben ihr den Glanz in den Augen ausgelöscht. Gestorben ist sie.