Und dem Kathlfranz sind sie aufsässig gewesen schon wie der ein so ganz kleines Bübl war. Du darfst mir's nit für übel halten, Franzl: ich bin keiner, der etwas nachträgt und auch nit einer von denen, die meinen: weil Dein Vater – Du hast ihn nit kennen lernen, Franzl – nit viel hat getaugt, müßt das Bübl auch so einer geworden sein. Fei nit, Franzl, fei nit!
Aber wie ich hab' gesehen, daß sie Dir hinterdrein sind wie das höllische Feuer, und, wenn etwas verübt is worden daherum, wie sie geschrieen haben: der Winterkathlfranz wird's angestellt haben, – nachher hab ich doch manchmal gedacht, das ist das, von dem 's heißt: die Sünden der Väter heimsuchen an den Kindern …«
»Zachenhesselhans, es mag sein, daß Du's nit schlecht meinst mit mir; aber warum erzählst mir denn das alles und warum just heut?«
»Weil ich dasselbige rebellische Blut in Dir hab' gespürt, das Deiner Mutter das Leben verleidet hat.
Franzl, Dir ist eine Unrast im Herzen und ein so viel heißes Blut. Du kannst den Hirsch nit hören schreien im Bergwald, ohne zu denken: jetzt, den Stutzen heraus aus dem Baum. Denn nit von der Wand herunter kannst Du ihn holen und nit herab vom Nagel, Franzl. Leute wie Du, die bergen den Stutzen im hohlen Baum.
Franzl, ich bin nie ein Simpel gewesen, mein Lebtag nit, und ich weiß, welch ein Aufpassen sein muß auf ein solch siedig Herzblut. Aber Du bist dabei von einer Heimlichkeit, hinter der mir nix Gutes herausschaut.
Und so wollt' ich Dir's denn auf den heutigen Abend sagen: Du selber magst aus- und eingehen im Zechenhaus so oft und wann Du willst. Schleppst Du mir aber ein Stück Wild herein aus den Fichten – hernach, Franzl: geschiedene Leut sind wir! So. Und wenn Du Dich damit trägst – um einen andern Einstand schau Dich um! Der Bergwind hat Dir im Zechenhäusl die Tür zugeschnappt und ist kein Drücker dran von außen, daß einer aufsperren könnte. Und der Zachenhesselhans ist taub worden und hört das Pochen nit an der Tür.«
»Jetzt – wenn der Hans das Herz sich ledig geredet hat, so kann einer wohl noch auf ein halbes Stündl in den Mondschein schauen?«
»Tu was Du magst, Franzl, 's geht mich nix an und ich hab nix zu fragen.