Frag ich etwa: wo der Franzl ist Stöcke roden gewesen den ganzen Tag? Frag ich: wo der Franzl hat geschlafen die letzte Nacht, weil er nun einmal doch nit auf dem Stroh hat gelegen im Zechenhaus? Der Hans fragt nit. Aber das eine hat er sich ausgebeten und danach wird getan: ein Wilbert kommt mir nit über die Schwelle, solang ich im Zechenhäusl etwas hab' zu befehlen.«

»Das hat der Hans schon einmal gesagt.«

»Doppelt genäht hält besser.«

Der Zachenhesselhans steckt sein Pfeiflein in die Tasche der Lederhose und steigt die Holztreppe empor. Ueberdem geht der Franzl vor die Tür.

Der Mond hat mit seinen silbernen Händen ein Gespinn über den Wald gebreitet, daß man aufhorchen muß, ob nicht ein sanftes Klingen ist in dem glänzenden Lichte.

Gegen die Schlauderwiese hin schreit der Platzhirsch – der Sechzehnender. Da hält der Franzl den Atem an und vergräbt die weißen Zähne in die Unterlippe. Den weiß er stehen. Und auch den »Abgeschlagenen« kennt er, der aus der Waldschlucht heraus grollend antwortet. Der Sechzehnender ist für dies Jahr der König vom Keilberg, und das Waldrevier und die Hirschkühe, die droben wechseln, haben zu lauschen, wenn er gebietet. Auch ein »Schneider« (geringer Hirsch) ist dem Franzl über den Weg gelaufen, und er weiß genau die Stelle, an welcher der herüberwechselt unter der Pfarrwiese. Auf den Schneider wird der Franzl einmal passen.

Der Zachenhesselhans hat eine Weile offenen Auges auf dem Stroh gelegen.

Weil er das Fenster noch nicht zugeschoben hat, vernimmt er drunten im Gras ein Streichen, aber keinen Tritt.

Ist etwa der Rehbock doch wieder herausgetreten? Das kann nit sein; denn der Franzl ist vor einer kleinen Frist über die Steinfliesen gegangen. Und wenn er auch nicht einen Schritt vor der Tür getan hätte – die kurze Pfeife hat der Franzl zwischen den Zähnen gehalten und: ein Rehbock hat das Feuer auf der Stelle in der Nase.

Der Zachenhesselhans richtet sich ein wenig empor, weil er nachschauen will, was das ist.