So schiebt der Hans das Fenster mit einem harten Druck zu und legt sich aufs Ohr.
»Wissen möcht' einer aber doch, wenn der Franzl darauf denkt, sein Stroh zu suchen.« – –
Am Morgen hat der Wildschütz den Strohsack wahrhaftig zusammengelegen. Draußen an dem Röhrtrog steht er schon und taucht den Kopf und die Arme in das rauchende Wasser.
Und der Nebel wälzt sich den Berg herein und reißt sich an den Spitzen des Waldes in Fetzen.
Wie der Zachenhesselhans aus der Haustür tritt, um das Hühnerpförtlein über der Stiege am verwaisten Kuhstall zu öffnen, sieht er: nun ist doch ein Reif herniedergegangen. Der Nebel hat ihn hingelegt, wie er so heimlich in der Morgendämmerung darübergeschritten ist. Bald darauf schreitet der Kathlfranz talein, und der Zachenhesselhans bergauf. Ob's ein Eis gegeben hat auf der berieselten Halde? Ob ein Frost unters Weidegras gefahren ist, möcht er wissen. Wenn einer neumodische Dinge einführt ins Waldland, so muß er auch zuschauen, wie sich dieselbigen Dinge stellen zu den Verhältnissen auf dem Gebirgskamm.
Ein steifer Reif ist auch hier niedergegangen, aber ein Frost ist's nicht – so hat das Erdreich alles Wasser getrunken eh der Nebel kam, und die Sonne hat auch ein Restlein mit fortgenommen, wie sie so blutrot und sommerwarm auf der Halde gelegen hat, ehe der Tag ging.
»Jetzt – die Wässerung des Graslandes ist so einfach, daß ein Kind hätte darauf verfallen müssen. Und so lang das Gebirg steht, hat noch keiner ein Bergwasser herausgelockt aus dem Stein. Das Gras haben sie von der Augustsonne verbrennen lassen.«
Wie der Zachenhesselhans so denkt, schüttelt er mit dem Kopfe.
»Es ist halt nicht zu glauben, daß sel ein Neues sein soll im Gebirg. Wenn einer darauf aus ist, kann einer noch mancherlei finden, was nötig und gut ist, meint der Hans und geht wieder bergein, um dem Hans-Tonl zu sagen, wie's auf der Wässerung ausschaut.
Da ist schon einer durch das Reifsilber hinabgegangen: der Hans-Tonl selber hat geprüft, wie's um die bewässerte Halde steht.