»Die Sonne? 's is manch einem die Lampe des Mondes lieber. Brennt nit so hell und den Weg find't einer doch dabei.«
Jetzt, ein Feuer leuchtet auf der Stirn vom Fanele. Wenn es aber auf diese Red' hin das Fenster zuschiebt – na, so dumm is doch ein Dirnl nit, Zachenhesselhans! –
Wie der Tau von der Sonne fortgetrunken ist, steht der Helari am Grenzgraben und macht ein Dächlein mit der Hand über den Augen. Dem Hans-Tonl sein Grasland ist grün wie eine Maiwiese; dem Helari seines sieht aus, als wär der Augustmonat in heißen Goldschuhen erst letztlich darübergeschritten. »Warten müssen wir noch,« meint der Helari, »zuschauen ein wenig.«
Der Helari sieht so scharf hinüber, weil der Zachenhesselhans auf den Sonnenwirbel zuschreitet und im Gehen sich ein Pfeiflein Tabak zurechtmacht – da kann einer nicht umherlugen dabei, versäet sonst das Rauchkraut, das teure.
»Was der Zachenhesselhans nur mit dem Fuchs gemeint hat? Er redet doch sonst nit so deutsam, der Hans.«
Die Resl denkt ein Weilchen, wie's ihr der Helari erzählt. Aber sie findet's auch nicht.
An der Sonnenwirbelstraße streuen die Vogelbeerbäume die roten Beeren in den Staub. Staub? Da ist keiner daheroben. Einen Straßenkehrer haben sie – besser ist keiner als der Wind. Liegt ein Häuflein, so dreht er sich einen Kreisel daraus und jagt ihn die Straße hinab oder herauf, bis er damit in den Wald springt.
Wie er so denkt, wickelt der Hans die Peitsche und klemmt sie unter den Arm.
Brr! Aus dem Vogelbeerbaum fliegt's auf und drüben auch.
»Jetzt – der Krammetsvogel ist schon hergeflogen und tut sich gütlich an den Korallenbeeren. Habt's Euch verrechnet, Freundln? 's is fei erst im September. Der Kalender meint sogar: der Herbst fängt an um Tag- und Nachtgleiche. Auf das Waldland hat der Kalendermacher sich aber fei nit besonnen: der Winter geht los. Der Krammetsvogel bringt ihn herein ins Land.«