Ueber dem Haferschlagen geht draußen der Tag vorbei. Er hat's gar nicht richtig hell bringen können heute um den Sonnenwirbel: immer sind die Nebel durch das Licht gerannt, weil der Wind hinter ihnen dreinpeitschte wie hinter einer Schar grauer Steppenpferde.

Ab und zu, weil's draußen anfängt noch dämmeriger zu werden und die Uhr auch schon vier gerufen hat, schaut der Alte gegen das Zigeunerlager, ob sie drüben zum Abbruch rüsten.

Der Wind hat sich immer noch nicht müde gelaufen – der muß einen schweren Spätherbstregen oder einen haushohen Schnee zu schleppen haben, weil er gar so machtvoll schnauft und wichtig tut, denkt der Hans.

Jetzt – wie er justament ein neues Bündel Halme erfaßt hat, und einen Blick durchs Fenster tut, schaut er, wie die Zigeuner die Decken von den Stangen abnehmen. Die Kinder schlendern schon den Hang empor. Das glosende Feuer wird mit Erde ausgedrückt, und die Decken werden über die Schultern geworfen.

Ueberdem kriecht ein graues Dämmern aus dem Wald. Der Wind heult's an; aber es ist seine Zeit und so kriecht es weiter, lautlos, trübselig. Die Bäume sprühen Tropfen hinein.

Droben kämpfen die Zigeuner mit dem Wind, der sie den Tag über in der Talmulde nicht gesehen hat. Nun will er ihnen die Hüllen von den Schultern reißen, nun wirbelt er ihnen die nachtschwarzen Haare um die Köpfe, nun bläst er ihnen einen Regenschauer in die Gesichter.

Der Wagen mit der schützenden Blache will um die Dämmerung die Sonnenwirbelstraße herauffahren; dann gibts ein sanftes Schaukeln, wohlige Wärme und ein traumloses Schlummern. Und draußen über die graue Plane stampft der Sturm und sucht einen Riß, damit er ein Lied darauf spielen kann.

»Jetzt kann einer hinauflaufen auf die Unruh und das Fanele nach den Grünröcken fragen.«

Der Zachenhesselhans trägt den Holzbock auf den Flur und den ungeschlagenen Hafer zurück in den Stall. Die Körner auf dem Tuche kommen in den Sack. Die Türe bleibt offen, weil ein Staub fliegt vom Haferschlagen; und jetzt darf sich einer auch die Pfeife wieder anglimmen.