»Wahr und wahrhaftig, Fanele! Denkst etwa, lieb hat er Dich? Denkst etwa, wenn Du ihn auf den Knien bittest, er soll nit schießen gehn – er hört auf Dich? Der? Nimmer, mei liebs Dirnl! Jetzt – wenn er Dir heut abend fensterln käm, verhehl's ihm nit, daß die Förster hinter ihm drein sind. Warnen muß ihn wer, weil's sein Tod sein könnt.«
Das Fanele macht sich mit dem Schürzenzipfel die Augen blank.
»Kein Tränl sollst weinen um den. Geht er durch die Lappen, so ist das fei gut für ihn. Denk nit mehr auf den Franzl, Fanele.«
Weil der Helari in die Stube getreten ist und sich beim Ofen die Pfeife auspocht, reden sie von den Zigeunern. Der Zachenhesselhans erzählt, was er weiß: vom Zirkus und vom Wagen mit der Blache, dem die heut abend auf der Sonnenwirbelstraße im Wald begegnen.
Die Mutter ruft aus dem Stall herüber nach dem Fanele.
»Gut Nacht, Dirnl,« sagt der Zachenhesselhans, wie das Mädchen zur Tür hinausspringt.
»Ich muß auf ein Heimkommen denken, eh's vollends schwarz wird. Das gibt eine grugelige Nacht. B'hüt Gott, Helari.«
Blauschwarz steigt es hinter dem Plessen herauf wie ein Hagelwetter im Sommer. Jetzt hängt ein Schnee in der Luft; den muß der Wind erst noch herbeischaffen, nachher kann er auf ein Einschlafen denken.
»So werden wir morgen einschneien im Wald. Ende Oktober – 's is fei nit zu früh und viel Sonne hat's gehabt das Jahr. Sonst haben wir manchmal den grünen Hafer aus dem Schnee herausgegraben und manchmal …«
Da donnert ein Schuß aus den Fichten herauf und rennt, wie einer, der den Weg im halbfinstern und tiefen Wald nicht finden kann, in alle Täler hinein, bis er sich an den Berg stößt.