»Haben 'S etwan geschossen auf ihn?«

»Warum fragen Sie?«

»Na, weil der Krach an das Fenster geklopft hat, viermal. Das ist ja ein höllisches Draufbrennen gewesen.«

»Ein Zigeuner, der neben seinem Planwagen herschritt, gab uns durch Zeichen zu verstehen, der Verfolgte sei über den Hau herein entflohen.«

»Der über den Hau? Naa, Herr Förster, der lauft, wo's am schwärzesten ist. So, jetzt, die Lampe hab ich angesteckt, mein Laternl brauch ich und nun gehen 'S haussuchen. Für den Fall, daß Sie nix finden und ein wenig warten wollen auf ihn – er könnt' noch kommen – einen Trunkelbeerschnaps will ich auf den Tisch stellen. Einen Wein, einen feinen, hab ich nit im Haus für den Herrn Förster.«

»Ich hab Ihnen schon gesagt, Sie dürfen nicht aus dem Haus.«

»Darf nicht? Ich darf nicht? Naa, Herr Förster, so is das nit: meiner Freiheit dürfen Sie mich nit berauben und wenn Sie gleich ein kaiserlicher königlicher Förster sind. Aber was Sie tun dürfen? Einen mitschicken können 'S von den Hegern, daß der sich anschaut: ich hab nix zu schaffen mit dem Franzl und ich geh geradewegs in die Höll. Ich aber darf Ihnen wieder nit das Zechenhäusl verbieten, weil Sie in rechtmäßiger Ausübung Ihres Amtes hier sind, wie man das heißt. So stehn die Dinge und – ich geh jetzt. Das Windlampl nehm ich mit mir.«

»So warten Sie noch einen Augenblick, Günther …«

»Günther, sagt er. Zachenhesselhans heiß ich, Herr Förster; Günther wird nur geschrieben.«

»Ein zweites Windlicht haben Sie nicht?«