Das Kleinholz, das ganz in weißen Pelzen steckt, hat eine Mauer gebaut ringsum und in der Mitte vom Schneehäusl ohne Dach flackert die Flamme. Ein wenig mißlaunig ist sie – wie der graue Tag; und der Rauch, der sich daraus emporringelt, mag nicht kerzengrad hinauf in die Wipfel, – sieht aus, als hätte das Feuerlein ein Schwanzmützl auf. Er besinnt sich aber und kriecht verdrossen über den Schnee.
Da kann einer nicht kreuz- und querstapfen und gemächlich den steilen Hang hinan: schnurgerad müssen sie empor, immer das geschichtete Holz und immer die Stämme an der Berglehne im Auge, die gefällten, und gradewegs darauf zu; auch hübsch den Schnee zusammengetreten und da und dort wo ein Abschlag ist oder der Stock von einem gefällten Stamm, der das zutale fahrende Holz auf ein Eichtl zum Rasten einladen könnte, müssen sie davor einen Schnee zusammenschieben, damit eine glatte Fahrt entsteht.
Drüben ist schon ein Zischen und Gleiten und auf dem Hau drunten ein Poltern und Uebereinanderstürzen. Der Einräumer Peter und der Hans-Tonl haben ihre Fahrt im Zug.
Jetzt zischt auch das erste Scheit zutal, das der Wurzltonl auf das Wandern schickt.
Eine Wegstunde ist's gewesen im kniehohen Schnee daherauf und in zwei Minuten schießt so ein Holz zutal. Drunten fahren die Scheite aufeinander wie wütende Schlangen, rennen die Köpfe gegeneinander, bäumen sich, sinken kraftlos zusammen.
Auf dem Hau in der Mulde, in dem die drei Bergfahrten aufeinandertreffen – denn auch der Helari und der Peterl sind mittlerweile an der Arbeit – wächst der Haufen.
Spiegelblank schleifen sich die Fahrten den Berg herein.
Höher steigen die Männer, länger werden die Schleifbahnen gegen den Gebirgskamm hin.
Und der Tag legt seine grauen Schleiertücher über das Waldland, und der Tag wirft seine silbernen Netze aus Schneeflocken hinein. Aber der Wind mag heut nicht wehen.
Ein sanftes Knistern ist in den Fichten und eine schweigsame atemlose Waldandacht. Nur wenn drunten die Scheite durcheinanderstürzen, ist ein dumpfes Dröhnen wie vom Schlage der Holzäxte; dann wieder das weiche Klingen des silbernen Schnees.