Immer mehr sinkt hernieder. Die Nacht kriecht aus den Tälern herauf, und der Nebel wird noch dichter: kaum drei Stämme weit kann einer schauen.

Auf dem Heimweg in solch einer Gesellschaft: späte Dämmerung, Nebel, Schnee von unten und oben, da fällt kein Wörtlein. Hat einer nur immer auf die drei unheimlichen Weggesellen zu schauen, ob die etwa vereint etwas im Schilde führen.

So wandern die Männer.

Die drei andern, die dem Gebirgskamm zustreben und das Ende vom Weg auf der Landstraße zurücklegen, werden ein wenig länger im schummerigen Lichte gehen können.

Im Wald ist nur noch eine verlorene Helle, man weiß nicht: ist sie schon Nacht oder ist sie noch Tag oder kommt sie vom Schnee.

Und nicht den Hall eines Schrittes gibt die kniehohe Decke des Waldgrunds zurück. Düsternis und Nebel drücken auf Brust und Schultern – glaubt einer nicht, wie so zwei schwer wiegen, wenn in der Unwegsamkeit alle Merkzeichen auslöschen, die dem Wanderer sagen: dorthin liegt das Berghäusl, darin Du daheim bist; dort steht schon Dein Weib und schaut immer einmal durch die Scheiben, tritt auch einmal vor die Tür, zu sehen, ob noch ein Schimmer Tag zwischen den Stämmen hängt, der dem Manne heimleuchtet. – Justament als stemmeten sich einem die drei entgegen: kein Vorwärtskommen ist. Und hinter einem, da sinkt im Umdrehen wieder ein Schnee in die Spur, die einer getreten und deckt sie zu.

Endlich – ein Lichtband spannt sich herein in den Wald, ein goldenes. Das reicht nicht weit, reicht aber weit genug, um wieder ein Wort aufzuwecken in der tiefen Einsamkeit dieses Waldwinters.

Dieses Lichtband spannt sich aus dem Fenster der Hölle: das Wawrl hat die Lampe am Draht angezündet.

Und nun stehen die drei auch schon auf der Bergwiese – jetzt ein weiter, weicher Schnee und darüber ein wirbelndes weißes Fallen, eine endlose Fülle von spielenden federleisen Flocken. – –

Der Zachenhesselhans fährt auf dem Flur aus den Kniestiefeln und wie er das Feuer im Ofen des Zechenhäusls endlich lebendig hat – das mag heut nicht brennen, weil der Nebel über Tag in die Esse gekrochen ist und dem Rauch und der Ofenwärme von drunten keinen Platz gönnt – geht der Alte hinaus und reibt ein goldenes Leinöl in das Leder der Stiefel.