Unter die Holzstiege leuchtet der Zachenhesselhans und noch einmal in den Stall. Er steigt die Treppe empor, er leuchtet in alle Ecken und wagt kaum zu atmen, um das Geräusch, das schreckhafte, ganz in der Nähe zu vernehmen.
Still ist's, still.
Der Hahn hat sich wieder zurechtgesetzt und die Hühner haben die Köpfe unter die Flügel geborgen. Der Schein der Lampe fliegt auf weitgespannten goldenen Flügeln durch die Enge des Berghauses. Der Zachenhesselhans ist daran, noch einmal durch die Haustür in die Nacht zu lauschen, ob etwan ein Tauwind sich aufgemacht habe, einen warmen Nebel die Halden hereinwälzt und den Schnee von den Schindeln schiebt.
Aber in den Flur spinnt sich ein Rauchwölklein, das trägt einen Duft von verbranntem Leinöl und angebrannten Kartoffeln. Da bleibt der Riegel an der Pforte.
»Erst muß die ›Rauche Mahd‹ erlöst sein vom höllischen Feuer. Das wär' fei sündhaft, wollt' einer das Nachtmahl, das reiche, vom Feuer fressen lassen.«
Im Pfännlein ist ein Zischen und Brutzeln und ein Fauchen von gelblichem Rauch. Der flattert über dem geretteten Kartoffelkuchen durchs Stübl. Das Pfännlein schüttelt der Zachenhesselhans mit der Linken und pustet hinein; in der Rechten hält er die Lampe. So hastet er hilflos durchs Zimmer.
»Die Lampe kunnt einer doch wenigstens absetzen!« sagt er ärgerlich.
»So, da bleibst stehen, Lampl, und nun – das Fenster auf und das Pfännlein auf den Fensterstein! Da kannst Dich verdampfen!«
Während das Zischen des siedenden Oels leiser und der Rauch über der Pfanne dünner wird, ist wieder das Knacken draußen.
»'s ist im Flur. Ob einer da is, frag ich? Könnts denn nit reden? Oder wollts mich auf die alten Tage zum Gespensterglauben bekehren?«