Es fällt kein Schnee vom Dach. Es weht kein Wind wärmer die Halden herein. Der Wald steht still, atemlos still, und läßt sich zudecken von der weichen weißen Watte des Winters, immer dichter.

Der Zachenhesselhans nimmt einen Teller vom Topfbrett und stülpt das Pfännlein mit dem Kartoffelkuchen darüber um. Goldbraun lacht der den Alten an.

»Jetzt setzen wir uns zu einem feinen Nachtmahl und lassen den heimlichen Gast schlürfen im Flur solang und so laut er mag. Aber das Fenster schieben wir zu und eine Schnitte schwarzes Brot brauchen wir – das süße Oel will damit aufgetupft sein.«

Die Uhr tickt und ab und zu setzt sich eine Flocke wie ein lichtfroher Nachtvogel an die Scheibe und schaut dem Alten zu. Der sticht mit der Gabel ein Stück nach dem andern von dem duftigen Kartoffelkuchen und bricht sich dazwischen auch einen Fieder Schwarzbrot. Das Knacken, das draußen wieder ist –

»Ja: als stünd einer auf der Treppe mit einer riesigen Last, und die Treppe ächzt unter ihm und meint: jetzt, wenn Du nicht fortgehst, so brech' ich zusammen! Justament so klingt es. Erst essen wir aber die ›Rauche Mahd‹ – nachher: durchs Häusl gehen wir einmal mit der Stalllaterne und mit dem Bergstock. Eine Ruhe muß werden. 's kunnt einer fei kein Auge zutun die lange Nacht, ehbevor das Scheuchen nit aus dem Haus is.«

Mit dem letzten Stück Brot wischt der Zachenhesselhans das Restlein Oel vom Teller. Wie das geschehen, langt er sich die Pfeife aus der Lederhose, klappt den Beschlag auf und fühlt mit dem Finger.

»Hui, da ist ein halbes Pfeifl Tobak, das noch geschmaucht sein will! Kann gleich geschehen. Nur einen Span wollen wir uns suchen.«

Der Span hat gefangen – hmp, hmp, hmp. Und wie das Pfeifl brennt, drückt der Alte den Span aus, setzt sich mit dem Rücken gegen die Kacheln und denkt: die Stalllampe will ich antun, wenn's noch einmal anhebt, das Scheuchen.

Er öffnet die Tür einen Finger breit – so kann's einer besser hören.

Wie er so schmaucht und hinauslauscht, da – – ein Poltern hebt an, ein Zischen, ein Durcheinanderstürzen …