Die Stalllampe hat der Zachenhesselhans gestern auf das Wandbrett gestellt: er steckt das Licht an; der brennende Span in seiner Hand schlägt gegen die Scheiben – so zittert dem Alten das Herz.
»Ist der Berg eingefallen, Hahndl? Fliegt ein Feuer daraus hervor? Sei still, Hahndl! Schauen müssen wir, wenns auch ein grugelig Handwerk ist.«
Mit der Lampe geht der alte Mann hinaus in die Nacht. Dunkle Flecken schieben sich oder hüpfen über den Schnee: die Hühner.
»Nu sag einer, wie seids nur heraus alle miteinander? So, kommts da herein!«
Der Zachenhesselhans lockt sie mit sanften Worten in den Flur.
Alles ist still. Alles ist im Schlaf. Nur das sanfte Fallen der Flocken ist in der Nacht, und kein Wind läuft über den Schnee. Nicht einmal das Knarren einer träumenden Fichte kommt aus dem Walde.
Wie der Zachenhesselhans um die Hausecke geht, schier zaghaft, zu lugen, ob einer von da aus etwa den Höllenschlund erspäht, der sich die Erde gespalten, da hat sich auf dem Schnee an der Giebelwand etwas herniedergewälzt – –
»Jetzt, Häusl, das ist ein Streich! Just um den Winteranfang stürzest einem über dem Kopfe zusammen? Wo soll denn einer Unterschlupf haben die lange Zeit?«
Der Alte hebt die Laterne hoch. Der goldene Schein läuft über den silbernen Schnee, läuft über die Trümmer.