»Die ganze Hausecke ist's, die halbe Giebelwand, ein Stück Rückwand – justament der ganze Stall zusammengestürzt! So können Schnee und Sturm ungehindert Einzug halten. Eine Sommerfrischen, hab' ich gedacht, tät der Stall geben für ein Stadtfräulein oder so – wenn doch einmal kein Vieh mehr hineinkommt. Nun ist auch die Rechnung falsch gewesen. Und der Balken, den muß einer stützen an der Ecke – das ganze Dach kunnt zusammenbrechen in derselbigen Nacht.«

Der Alte stapft über die Trümmer, stapft um das zerrissene Gemäuer und hält die Stalllaterne in der hochgehobenen Rechten.

»Ist auch noch ein verdächtiges Knacken in dem Fachwerk. Am Ende – das ganze Zechenhäusl fällt mir zusammen. Häusl, Häusl,« der Zachenhesselhans schüttelt den Kopf und läßt die Hand mit dem Lichte sinken, »hat denn das justament heut sein müssen, heut da der Winter erst kaum in den Wald herein ist? Jetzt kann ja keiner an ein Bauen denken, wenn der Mörtel auf der Kelle friert.

Und was denn nun? …

Gleich hat's sein müssen? Dem Dächl, dem faulen, ist die Schneelast zu schwer gewesen, gedruckt hat's und der Winkel ist ins Weichen gekommen. So ist's geschehen.

Kann sich einer denn noch einmal hineinwagen, oder hast dir noch etwas vorgenommen für dieselbig Nacht, Häusl, morsches?

Wenn eins wie du, aus Fels und Bergwald, nit einmal den Zachenhesselhans überdauern mag, sel darf sich nix einbilden nachher.

Halten mußt noch ein Eichtl, da kann dir nix helfen: die Kniestiefel muß einer haben!«

Wie der Hans im Stübl ist, schwankt die Lampe, die am Draht von der Decke hängt, noch ein wenig, das Feuer knistert im Ofen und die Uhr schlägt ihren Schlag.

»Just als wär's nix, wenn einem das Dach über dem Kopf zusammenstürzt! Die Lampe lassen wir brennen – fällt's vollends, so wird es nit darauf vergessen, das Flämmlein auszudrücken.«