Von den Bäumen steht nicht mehr jeder im eigenen Pelze, den ihm der Winter übergeworfen: eine dicke schwellende Decke aus weißer Wolle liegt über dem Wald, durch die keine Wipfelspitze hindurchzustechen vermag. Darunter, zwischen den Stämmen, ist ein schier trauliches Düster und ein traumhaftes Weben. Kein Laut geht darin, nicht einmal das knisternde Sinken der Flocken, die gestern noch an den Stämmen herabgeronnen, weil die Decke über den Wipfeln allem Schnee wehrt, der hereinmöchte.
Die Hühner sind auf das Wäschestängl geflogen und schauen nickend herunter, was der Zachenhesselhans mit dem Sack anzufangen gedenkt, den er so offen hält.
»Peterl, das gibt einen Mordslärm und eine höllische Jagd, bei der wir das Häusl vollends scheu machen. Jetzt: die Strohläden lassen wir herab und in der Finsternis entwischt uns keine.«
Die Strohläden, die über den Fenstern gerollt sind, fahren herab und, während der Peterl den Sack hält, langt der Zachenhesselhans die Hühner vom Wäschestängl.
»So, die Läden lassen wir geschlossen. Aber die Zeisige, Peterl, die müssen wir zur Hälfte auf der Unruh, zur andern in der Höll einquartieren.«
Der Peterl schwingt sich den Sack mit den Hühnern auf die Schulter und der Zachenhesselhans belädt sich mit den Käfigen.
Wie die Männer an dem Zusammenbruch, über den der Schnee längst seine flaumige Hülle gewoben hat, noch einen Blick wechseln und zuberg steigen – langsam, mühselig, die Stöcke mit den Eisenspitzen vor sich in den Schnee schiebend, kriecht ein Nebel den Berg herein.
»Peterl, schau auf!«
»Das will noch einen Anreiml (Rauhreif) werfen über die Bäume.«
»Sel wird kommen! Aber, ich mein', hinter dem Nebel ist ein Wind drein und wenn der in den lockeren Schnee bläst, nachher – sehen muß einer, daß er in die Höll kommt. Jetzt, Peterl, ein Besenreisig, ein birkenes, liegt noch unter der Holzstiege im Hausflur, das darf mir nit bleiben.« –