Nicht lange, wie sie wieder unterm Dach der Unruh waren, setzte der Bergwind seine Flöte an.
»Hörst, der bläst sich sein Stückl!«
Durch die Esse herein ging ein sanftes eintöniges Sausen. Draußen fingen die Flocken einen tollen Tanz an.
»Jetzt, Peterl – den Berg hinaus kannst nimmer. Eine Stunde stapfetest Du durch den Schnee, wo Du übers Gras keine fünfzehn Minuten brauchst. Und in der Stunde baut Dir der Bergwind ein Mäuerlein quer über die Halde, da guckt Dein Käppl nimmer heraus, wenn Du darinsteckst. Mach Dich heimisch, Peterl, auf der Unruh und bereit Dir eine weiche Butzen (Lager) aus Haferstroh hinterm Ofen. Auf den Sonnenwirbel kommst nimmer.
Aber: wenn ich Euch da eins ins andre erzähl, so schneits mich fei selber ein. Bloß ein Pfeifl will ich mir noch zurechtrichten, dann –
Ja, daß ich darauf nit vergeß, justament heut nit, denn ich denke, Du wirst eine lange Zeit kriegen, fein darüber nachzudenken, Peterl. Es ist zu wenig Federvieh auf dem Gebirg, viel zu wenig. Und wir haben doch einen Wald, in dem sich's das halbe Jahr nährt bis auf die Handvoll Körner, die Ihr ihm vor Nacht hinwerfen müßt. So ist mein Exempel: die Eier und das Fleisch, das Euch die Hühner geben, ist Euch über den Sommer reinweg geschenkt, das wachst Euch im Walde wie die Pilze. Darum: es muß ein Huhn herein, das für den Wald taugt, kein Landhuhn, kein abgebrauchtes – sie ziehen schon eins, das wir haben müssen und das uns leben hilft, auch über den Winter.
Das wollt' ich noch sagen. Jetzt – b'hüt Gott! Ich geh, das birkene Reisig in die Hölle schleifen. Besen will ich binden die Tage her, wenn wir im Schnee liegen.
Kommts gar arg, Peterl, so feierst Du Deine Weihnacht diesmal mit dem Fanele. Lustig wird's, Kinder, und richtet Euch eine blitzende Peremette (Pyramide, anstatt des Christbaums) zusammen!«
Vor der Haustür bläst der Bergwind dem Zachenhesselhans einen eisigen Schnee ins Gesicht.