Jetzt, während das Wawrl und der Hans-Tonl das Heu in die Panzel drücken und der Hans-Tonl aus Versehen mit der Biere auch das Wawrl packt, ist wiederum ein Kollern und Rollen im schwarzen Meer, daß dem Harfenweibl das Herz stillsteht, weil es hineinhorchen muß in die Drohungen, die da tief zwischen den Bergen branden. Das Harfenweibl faltet die Hände im Schoß und bewegt leise die Lippen. Bewegt auch das Herz. Es hat sich auf ein frommes Sprüchlein besonnen und sagt's leise vor sich hin. Wie's aber noch nicht damit fertig ist, kommt der Wurzltonl wieder um die Hausecke, geht an dem Holzvorbau, auf dessen Schwelle die alte Harfnerin sitzt, vorbei und guckt durch das Fenster, das links zunächst vom Vorhaus ist. Er hebt die Hände zu beiden Seiten des Gesichts, weil er das Licht abdämmen muß; denn er will den Hachtl drinnen sehen. Der Hachtl war doch vorhin noch daheim.
»Wo ist er denn geblieben?« fragt der Wurzltonl von draußen die Gabi (Gabriele), dem Hachtl sein Weib. Die Frau sitzt am Klöppelsack und hat sich die Kattunjacke ausgetan.
»Es ist so viel warm heut,« sagt die Gabi, »und fei gewitterig.«
»Der Hachtl, na, wo wird er denn sein?« – Die Gabi schaut sich um: im Fenstereck ist die Pfeife fort und am Nagel die Mütze vom Hachtl. »So wird er fei ein Stückl nach dem ›kalten Winter‹ hinüber sein.«
Der Wurzltonl meint: »Ich frag nur, weil das Wetter kommt.«
»Na, so wird er es wohl aufziehen sehen und wird sich heimfinden zur rechten Zeit.«
»'s scheint, die Gabi hat's auch noch nicht rollen hören?«
»Fei nit,« sagt die Frau und fährt in die Jacke; denn sie hat vorhin ein bißl durchs Fenster geschaut, um zu sehen, mit wem der Wurzltonl eigentlich so eifrig zu reden hat. Jetzt tritt die Gabi heraus vor's Häusl. Sie geht aber gleich wieder zurück in den Flur und tut die Tür auf, die der ihren gegenüberliegt. Die führt in die Stube vom Wurzltonl. »Franz!« ruft sie. Aber der Mann ist nicht drin.
»Franz?« fragt das Harfenweibl den Wurzltonl verwundert. »Schreibt sich der Hachtl denn Franz?«