»Und das Harfenweibl singt der ihren erst noch eins, auf daß die gleich in den Himmel tanzet,« sagt der Zachenhesselhans. »Und nun red'ts Eure Sach, Leutln! Für umsonst hast doch die alten Beine nimmer den Berg hereingeschickt?«

Der Zachenhesselhans gießt einen Becher schäumendes Braunbier aus dem Tonkrug und reicht ihn dem Hans-Tonl.

»Seppl,« hebt das Harfenweibl wieder an, »ich hätt' eine Tür, an die Du anklopfen könntest um ein Stückl Brot und ich weiß: gekargt wird dahinter nit.«

»So 'was hört der Seppl gerne,« wirft der Zachenhesselhans ein, »jetzt – das Harfenweibl wird mir meinen ›Zimmerherrn‹ ausspannen.«

»Wo meinst denn?« fragt der Landfahrer.

»Justament auf dem ›Neuen Haus‹. Dort spiel ich, dort sing ich seit drei Jahren für die Stadtleut, die da einkehren, wenn sie über das Gebirg fahren. Aber: die Harfe ist noch hundert Jahr älter als das Weibl, das sie rupft, und die Stimme zum singen hat einen Riß gekriegt die Zeit her – fei einen so großen Riß. Wenn wir ihrer zwei wären – etwan eine Gitarr dazu und eine Männerstimme – und noch dazu ein Blinder …«

»Das tät dem Weibl so passen,« meint der Zachenhesselhans.

»Das ›Neue Haus‹?« fragt der Landfahrer und sucht, indem er den Kopf hintenüberbeugt, noch einmal nach dem Schein, der voreh in den Augen war.

»Jetzt weiß der ›Zimmerherr‹ vom Zachenhesselhans das ›Neue Haus‹ nit! Das ist noch im Sächsischen, Mannl, eine ›Sommerfrischen‹, wie sie's neumodisch nennen – vom Sonnenwirbel über den ›kalten Winter‹ in einer kleinen Viertelstund zu ergehen; für einen, der die Augen auf der Wegfahrt gelassen hat, ein wenig länger.«