Wie der Zachenhesselhans neben dem Fanele auf der braunen Bank sitzt, die an der Wand hinläuft und ihm die Hand streichelt, die ihn den langen Weg durch die vierzig Jahre zurückgeführt hat, lehnt das Harfenweibl sein Saitenspiel an die Ofenbank.

»Jetzt,« ruft der Zachenhesselhans, »jetzt, Weibl, komm mit dem Teller!«

»Sag ich's nit: wenn dem Zachenhesselhans einmal kein G'spaßl mehr einfallt, nachher: hadje, Du mein liebes Waldland, mit dem Hans vom Zechenhaus ist's auf die Neige!«

»Justament is's dem Zachenhesselhans ernst mit dem Teller, Weibl, – so komm! Ich hab für keinen zu spielen, Schindeln zu machen, Holz zu rucken – das Weibl aber sieht und schafft für zwei. Geh her, Weibl! Jetzt: einen halben Gülden sollst haben, weil Du dem Zachenhesselhans noch einmal hast auf die Beine geholfen, auf denen er voreh hat gestanden. Einen halben Gülden für ein Stückl wiedergefundene Jugend – das kunnt einer mit einem Tagelohn wahrlich nit zu teuer bezahlen.

Jetzt, da fällt mir ein – paß auf, Helari, eingefallen is mir eins! – etwan ist eine Verwechslung mit den Beinen geschehen: der Zachenhesselhans hat die jungen vom Peterl, und der Peterl hat die steifen vom Hans. Haben vorhin beim Musikmachen so dicht beieinandergesessen, die beiden.«

Nun, weil aller Augen auf den Peterl schauen und das Fanele heimlicher Weis' in sein Nastüchl kichert – es hat heute das aus der Lade genommen, um das es sich die feine Spitze selber geklöppelt und das sie seit der Firmung nimmermehr angerührt – da fliegt dem Peterl ein Feuer auf die Stirn.

So geht der Peterl aus der Stube, nach dem Wetter schauen, ob's noch so verdrossen hinter dem Plessen heraufzieht wie am Nachmittag. Die Erdäpfeln müssen dasmal sonst aus dem Schnee heraus, wenn der Winter fei gar so eilig auf das Gebirg läuft.

Ueberdem haben der Peter Einräumer und der Wurzltonl den weißgescheuerten Tisch wieder aus dem Flur in die Fensterecke gestellt, und die Gabi, die heut die Hausfrau auf der Höll ist, trägt den Kuchen herein und die Tassen.

»Mußt nit,« sagt die Mahm vom Sonnenwirbel, »mußt nit dem Peterl den Tag verleiden, Zachenhesselhans! Der Peterl is ein anderer, weißt's eh.«

»Hm,« macht der Alte und in seinen Augen ist ein Glanz, fei so blank wie das Feuer, das dem Fanele unter der Stirne brennt, »so werden wir auch einmal nach dem Wetter schauen, Fanele.«