Auf den Halden ist ein Glucksen und Klingen vom Bergwasser, daß – wenn's jetzt der Sonne einfällt, über den Wald zu schauen – ein rinnendes Gold im Grase wär. Der Hans-Tonl müßt' seine Freude haben daran!
Aber der Hans-Tonl guckt noch nicht heraus diesen Morgen – ist ein Vorhang rings um die Höll, so dicht, daß man meint: kein Rufen fände sich hindurch.
Wie der Zachenhesselhans wieder dorthin schaut, wo er die Sonne auf dem Wege vermutet, da ist das Feuer aufgegangen über dem Berg. Ein Wind läuft vor dem Glühen über den Wald herein, bläst dem Alten das Jöpplein mit den Harzflecken über der Brust auseinander – aber: es ist noch ein Knopf daran in der Mitte. Da muß der Wind, der so lustig mit den Joppenzipfeln wehen wollte, sein Spiel lassen und muß die Frühnebel durcheinander jagen oder das klingende Wasser den Hang hinunterblasen.
Dem Sonnenfeuer steigt der Hans entgegen.
Die Sonnenwirbelstraße ist schon ganz blank, und die Vogelbeerbäume sind golden und geben einen Klang im Frühlicht. Und die Sonnenwirbelhäuser schauen mit goldenen Fensteraugen in die Welt. Aber unten in den Tälern spinnen die Nebel, weiß, dicht, und rinnen goldene und purpurrote Ströme hinein. Und immer schwerer wird ihnen das blanke Leuchten, das darauffällt. Die Spinnennetze am Schwarzbeerkraut sind aus silbernen Fäden gezogen und hängen zitternde Perlen und glänzende Demanten darin.
Aus den Wäldern rufen die Häher. Unter dem blauen Himmel kreisen die Falken. Und ein Dampfen ist aus den Tälern herauf.
Aber der Helari von der Unruh steckt noch im Grau, das die Nacht auf das Land gelegt. Und auch um die Höll hat die Sonne das Vorhänglein noch gelassen. Es kann kein Wind dahinein, der's wegbläst, denkt der Zachenhesselhans, und seine Augen sind blank wie die Tropfen im Gras.
»Auch auf dem Sonnenwirbel sind sie schon hinaus in die Erdäpfel. Was so ein verflogener Schnee die Leute lebendig macht!« sagt der Zachenhesselhans; denn die Türen an den Sonnenwirbelhäusern sind geschlossen.
»Jetzt – so werden wir heute noch einen Feiertag machen,« fährt der Alte fort, »das Vorhängl drunten ist fei immer noch zugezogen.«
Ueberdem schlendert der Hans die Halde hinab, lauscht im Gehen auf das schwätzende klingende Rillern des Quells, dem er den Weg ins Licht gebahnt hat und biegt auf den Hau ein, welcher bis hinab zum Zechenhaus führt. Die Hühner ziehen die Beine hoch im morgentauigen Gras. Zwischen drei Halmen und zwischen allen Stauden am Pfad sind die funkelnden Spinnennetze gespannt, und Sonnenstrahlen hängen darin und lassen sich in den schimmernden Schaukeln vom Morgenwinde wiegen.