Jockele ging hinüber, um sich zu der schnellen Abfahrt zu bereiten. Er traf Husch in den Tiefen ihres krankhaften Schlafes. Und als er so alle Dinge zusammenwarf, die er mitnehmen wollte, ward ihm doch bange vor der Zeit, in der ihre ordnenden Hände und ihre sorgende Stille nicht mehr um ihn wären. Einmal hatte sie gesagt, sie würde sich in den Tod hinüberschlafen, wenn er sie fortschickte …

Daran dachte er nun und sah immer einmal zu der Türe nach dem Kämmerchen; denn es war ihm, als müßte sie mit entgeisterten Augen und halb erstarrten Gliedern hereintreten und ihn fragen: »Was willst Du mit mir und Dir beginnen?«

Aber sie kam nicht, und er ging zu Maria Reh und sagte ihr, ob es nicht besser wäre, man ließe sie noch ein paar Tage kommen. Dann würde sie fragen, wo er hingegangen sei und was überhaupt geschehen wäre, und Maria Reh sollte in Ruhe mit ihr reden. Da wehrten die Mädchen beide ab und wunderten sich über die Macht, die dies krankhafte Wesen bis zuletzt über seine Kraft und Jugend behalten hatte.

Gegen Abend reisten sie ab.

Maria Reh schickte nach einem Arzte und besprach das ganze wunderliche Erleben mit ihm.

Zweimal hatte der Frühling um Ibenheim am Walde geblüht und hatte Jakobus vergeblich gesucht.

Nun stürzte der dem grünen Bergsommer mit ausgebreiteten Armen ans Herz.

Was war das für ein überschäumendes Jauchzen! Und was war das für ein Finden der alten Steige und durchsonnten Waldwinkel, die alle auf ihn gewartet hatten! Die Erde erschauerte, wo sein Fuß über sie schritt, und die blaue Seide der Lüfte flatterte, wenn sie an seine Stirne streifte. Der Sandbruch, um dessen Säume der Wind und die Herbstblätter gelaufen waren, und die gelben Wände, über die Regen und Sonne gegangen, aber kein Menschenfuß – das alles lag da als eine schlummernde Welt von Wundern. Und was die jubilierende, sinnende, träumende Jungenseele in Jahren hineingedichtet hatte, wurde wach und wandelte, wie es den Klang seiner Stimme hörte.

O Menschen, die Ihr in den Steinbrüchen der Städte jung gewesen seid, was ahnt Ihr von den atmenden Geheimnissen der Erde! Was wißt Ihr vom Glück! Und was wißt Ihr vom Himmel!