»Den Winter über reise ich vielleicht nach Bonn, oder ich bleibe in Weimar – ich weiß das noch nicht. Ich will aber meine Wohnung im Gartenhaus am Horn nicht aufgeben.«

»So!« sagte Jockele und setzte das kleine Wort hin wie ein Siegel. Er war horchend geworden – »Ist das etwa, weil ich gedacht habe, ein so langer und so alter Mensch dürfe sich nicht aus einer Sache in die andere schieben lassen?«

»Nein,« sagte sie.

»Dann werde ich sehr einsam sein.«

»Wissen Sie, daß wir uns im Baumgarten oft wochenlang kaum gesehen haben?«

»Es ist wahr,« sagte er – »in Zeiten, in denen ich sehr fleißig gewesen bin.«

Am andern Morgen reiste er nach Weimar. Als er unter den Kastanien durch den Garten schritt, sah ihn Maria Reh kommen und lief ihm entgegen.

»Wie steht es mit Husch?« fragte er.

»Der Arzt hat sie in eine Nervenheilanstalt geschickt,« sagte sie; »er erklärte für ausgeschlossen, daß sie je wieder in Ihre Dienste träte. Sie haben einen ganz wilden Einfluß auf dies Mädchen gehabt und haben Sie physisch und seelisch zerbrochen.«

»Ich habe gar nichts dazu getan,« sagte er; »aber vielleicht wäre ich ihr Schicksal geworden.«