Dabei sah er sie an, und sie sagte: »Jawohl, ich fürchte mich doch vor Ihnen.«

»Das ist fein,« sagte er und faßte sie so sachte unter und schritt mit ihr über die blanken Netze, die auf der Baumwiese lagen. Da verfingen sich ihre Füße in den Maschen von Gold, und sie sanken in das Gras.

Die Grillen sangen, als ob es Zeit der ersten Mahd wäre. Aus den Feldern zog noch der Duft von gebackenem Brot, aber die Felder waren längst abgeerntet. Und hin und wieder sprang ein reifer Apfel ins Gras. Das war unter dem Regen und der Sonne des Septembers noch einmal so wogehoch und blumig geworden, daß die Hasen darin Pfingsten feiern konnten.

In diesem Grase küßte er sie, und sie wollte sich mit ihren Händen schützen.

»Es tut nicht weh!« sagte er.

»Nein?« fragte sie.

»Guck an, wie fein Du küssen kannst!«

»Es ist mir ja gar nicht eingefallen, Sie zu küssen.«

»Du brauchst auch gar nicht! Aber leiden mußt Du es.«

So schäkerten sie sich ganz hinein in das goldene Netz. Den Hut und die Handschuhe und die Tasche Felidoras hatten sie noch rasch daneben hingelegt. Und auf dem hohen Walle saß der Sommer und warf einmal eine grüne Schale vom Kastanienbaum, da sprangen die braunen, reifen Früchte heraus.