»Sie ist immer auf morgens zehn Uhr bestellt,« sagte er und fand sich aus der Nacht und dem anderen Tage herüber.
Auf einmal – –
»Ja, was trommelt denn die draußen so wild an das Fenster?«
»Herr Sinsheimer! Herr Sins–hei–mer!«
»Unerhört!«
»Herr Sins–hei–mer!«
Herr Sinsheimer stürzte ans Fenster und riß es auf –
»Zum Teufel, Frau, sind Sie denn um den Verstand gekommen?«
»Ach Gott, Herr Sinsheimer, Sie haben mich doch heute so früh bestellt! Es ist doch heute der sechste Oktober! Ich warte schon seit einer geschlagenen Stunde – Sie haben doch gesagt, am Sechsten hätten Sie die Einjährigenprüfung.«
Jawohl. Um acht Uhr hatte die Sache begonnen. Und fünf Minuten nach acht Uhr stand der Herr Sinsheimer im Nachthemd am Fenster des kleinen Hauses am Horn Nr. 35 und stemmte den Himmel mit seinen langen Armen über sich, der auf ihn herniederbrach – grauenhaft und mitleidlos, wie nur ein Himmel einfallen kann.