Sie gingen nun unter den hohen Buchen, die sich so sachte mit Himmel zudecken lassen. Aber unter den Wurzeln heraus atmete die Erde den berauschenden Herbstodem, der voll Traum heißer Auferstehungsfeste ist, und sie bekamen Augen wie der Hochwald, voll heimlicher Dämmerungen. Augen wie junge Menschen, die herumirren in den Rätseln ihres Frühlings. Augen wie junge Menschen, die über und über in Blüte stehen und die Seligkeit ihrer Seelen dahinströmen wie die Blumen und ihre klingende Helligkeit ineinandergießen wie die Quellen, wenn die Erde birst unter dem Jauchzen des Himmels.

An einem Hange, an dem die Sonne gelegen hatte, umarmte sie die heiße Dämmerung. Da sanken sie hinein, und das Moos war voll vom Dufte später Veilchen.

Gwendolin saß neben ihm.

»So war es schon einmal,« sagte er – »damals mit Maria Reh! Da war ich ein kleiner Junge und hatte Sehnsucht nach ihren Händen.«

Da setzte sie den Hut ab und legte ihn über den Band Gedichte.

»Wie war das mit Maria Reh?« fragte sie und stemmte ihre Ellenbogen auf seine Brust.

»Rosenrot!« sagte er. Und ihre Augen waren einander nahe und kamen sich immer näher –

»Und jetzt?« fragte sie.

»Dunkelblau mit Sternen!« sagte er. »Aber was ist das für ein verrücktes Reden! Komm doch!«

»Komm doch!« lockte sie.