Den Reiseweg wußten sie auswendig; denn so an die drei Jahre hatte Jockele den gelehrten Freund daran in Begeisterung gehüllt. Also.
Natürlich hatten die Drei in der ersten Dichterkutsche von der zweiten keine Ahnung. Sie fuhren dahin, als wäre die ihrige ganz allein auf der Welt. Die Alten hatten es ein bißchen eiliger, und auch sie fanden die Reise kurzweilig. »Herrlich, herrlich!« sagte Herr Salzer und rollte seine Augen auf dem grünen Tuche der Matten und Bergwälder und auf dem blauen des Himmels herum, als wären sie ein paar blanke Billardkugeln. Herrlich! Herrlich!
So langten sie auf dem gleichen Wege in Johannisbad bei Freiheit im Riesengebirge an. Es war ein großes Ereignis. Alle zweihundertzwanzig Einwohner des Ortes nahmen daran teil.
»Heidi! Heidi, die Großmama ist gekommen!«
Ja, lieber Gott, wo ist denn das Kind? Es flatterte doch so aufgetan um die Mittagsmusik am Kurbrunnen!
»Heidi! Heidi!«
Kein Mensch wußte, wo Heidi war. Aber ängstlich war man gar nicht; denn das kleine Fräulein im blauen Röckchen lächelte alle Finsternis der Erde hell.
Tante Veronika brauchte ein Viertelstündchen Mittagsschlaf. Und da es gerade ihre Zeit war, geleitete Frau Do sie auf ihr Zimmer und sagte, sie solle nur recht hübsch sorglos schlafen.
Als Do wieder herunterkam, war Heidi immer noch nicht da. Ein kleines Mädel sagte: »O, die Heidi ist vor einer Viertelstunde in den Wald gelaufen, dort beim hohen Steig hinan. Sie hat im Sommergrase gestanden und hat mit den Schmetterlingen geredet.«